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Sonntag, 15. Oktober 2017

Ein Rückblick auf ein tolles Filmfest Hamburg 2017



Viele Premieren, viele interessante Gäste, spannende Veranstaltungen im Festivalzentrum und natürlich vor allem eine wunderbare Filmauswahl mit zahlreichen filmischen Highlights: Das Filmfest Hamburg 2017 hat mich und auch meine Teamkollegin sehr beeindruckt.


Fünfzehn Filme habe ich mir angesehen und es hätten ruhig noch etliche mehr sein können. Leider ist das dann neben der Berufstätigkeit auch eine Frage der Zeit, keineswegs eine Frage des Interesses. So gut wie in diesem Jahr hat mir das Filmfest Hamburg übrigens noch nie gefallen. 

Fünf der fünfzehn Filme, die ich gesehen habe, halte ich persönlich für überragend.
Hier sind sie (die Links führen jeweils zur Programmseite des Filmfest Hamburg, wo man weitere Infos erhält):

Mein Highlight war Abbas Kiarostamis 24 FRAMES. Ein wundervoller Film, eine beeindruckende (experimentelle) Arbeit des 2016 verstorbenen iranischen Regisseurs. Der Film besteht aus 24 statischen Bildern/Fotos, die den Rahmen bilden für Bewegtbilder, wie immer wieder Wellen, Schnee, viele Vögel und andere Tiere. Menschen sind fast nie zu sehen, gesprochen wird auch nicht. Es geht eine fast meditative Ruhe und eine unglaubliche Intensität von diesen Bildern aus. 


Mein zweites Highlight war das magische FLORIDA PROJECT von Sean Baker. Nachdem ich die Besprechungen dieses Films nach seiner Premiere im Mai in Cannes gelesen hatte, wusste ich, dass ich diesen Film lieben würde. Schon Bakers TANGERINE, den ich 2015 beim Internationalen Filmfest Oldenburg sehen konnte, hat mir sehr gefallen. FLORIDA PROJECT ist noch viel besser und ich hoffe, dass dieser unverbrauchte Regisseur seinen liebevollen Blick auf Menschen, die eher abseits stehen, behalten wird. Willem Dafoe ist wundervoll. Und die jungen Darsteller sowie Bria Vinaite (in ihrer ersten Filmrolle) sind es auch. Ein perfekter Filmgenuss! Der Film wird im März in die deutschen Kinos kommen. Das sollte man sich unbedingt schon mal vormerken! FLORIDA PROJECT erhielt beim Filmfest Hamburg den Hamburger Kritikerpreis. 


Nach GODLESS von Ralitza Petrova im vergangenen Jahr hatte ich das Glück, erneut einen sehr starken bulgarischen Film beim Filmfest Hamburg erleben zu dürfen: DIRECTIONS vom derzeit bedeutendsten Regisseur des Landes, Stephan Komandarev. Leider konnte der Regisseur nicht anwesend sein, wurde aber würdig vertreten durch das deutsche Produzententeam Vera Weit und Stelios Ziannis, die viele Hintergrundinformationen zum Dreh des Films sowie auch zur politisch-gesellschaftlichen Lage in Bulgarien gaben. 



DIRECTIONS war bereits bei mehreren Filmfestivals außerhalb Deutschlands ein Publikumsfavorit und auch die Hamburger Besucher zeigten sich sehr angetan von diesem exzellenten Drama, das das nächtliche Leben Sofias und die gesellschaftlichen Zustände Bulgariens mosaikartig einfängt. 

Und viel besser als Variety kann man dieses Werk eigentlich kaum zusammenfassen: “In the many long-take interior shots in cars, “Directions” recalls the work of Iranian masters Abbas Kiarostami and Jafar Panahi, but its nighttime setting and the idiosyncratic individuals it portrays also bring to mind Jim Jarmusch’s “Night on Earth.” Notably, Komandarev’s film is less uneven than Jarmusch’s and the psychologically insightful exchanges that make up the majority of the runtime exist to be more than just quirky. Loosely linked as they are, they build to a choral impression of a society that, while riven by division, corruption and the exploitation of the poor by the rich, still somehow holds out hope for itself, perhaps because of  ordinary people like these drivers, circulating their basic human decency around the nighttime streets like they’re the lifeblood of the city.” 


Bereits mein Start ins Filmfest Hamburg 2017 am 6.10. mit dem zweiten Screening des Eröffnungsfilms LUCKY im schönen Passage Kino war überaus erfreulich. Der Schauspieler und Regisseur John Carroll Lynch (sein Regie-Debüt) war nochmals zu Gast und hatte einen wirklich tollen Film nach Hamburg mitgebracht. Harry Dean Stanton ist wundervoll in einer seiner letzten Rollen und wird zukünftig sehr vermisst werden. 


THE RIDER (USA 2017) von Chloé Zhao war mein Abschlussfilm und es wurde ein weiteres Highlight. Die Laiendarsteller geben dem Film eine große Authentizität. Und bewegend und sehr schön gefilmt ist die Geschichte des Rodeo-Reiters, der nach einer schweren Verletzung seinen Beruf nicht mehr ausüben sollte, es aber dennoch zunächst nicht lassen kann, allemal. THE RIDER erhielt bei Filmfest Hamburg den Art Cinema Award. 

Sehr gut

Pat Collins‘ SONG OF GRANITE (Irland/Kanada 2017) über den irischen Folkmusiker Joe Heaney, der sein Leben dem traditionellen gälischen Sean-nós-Gesang widmete. Pat Collins, ein Dokumentarist irischer Vergangenheit und Traditionen, zeigt uns die traurige Seele Irlands. Ein ruhiger, poetischer Film in herrlichen Schwarzweiß-Bildern. SONG OF GRANITE ist übrigens Irlands Kandidat für den Oscar in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film (es wird im Film zumeist Gälisch gesprochen und gesungen). 

LETTERS FOR AMINA des dänischen Regisseurs Jacob Bitsch (koproduziert von der Hamburger Produktionsfirma TamTam Film). Ein harter, düsterer und ambitionierter Psychothriller mit einem starken Hauptdarsteller.

UNTIL THE BIRDS RETURN des algerischen Regisseurs Karim Moussaoui. Drei lose miteinander verbundene Geschichten aus dem Algerien der Gegenwart, die sich zu entdecken lohnen. 


TUKTUQ (Kanada 2017) von Robin Aubert. Der Regisseur, der selbst die Titelrolle des Fotografen übernommen hat, der im Auftrag der kanadischen Regierung das Leben der in der Provinz Nunavik lebenden Inuit dokumentieren soll, macht im Verlauf des Films sehr deutlich, wie Politiker vorgehen, um mit der aus wirtschaftlichen Gründen geplanten Umsiedlung der Inuit bei ihren Wählern auf Wohlwollen zu stoßen. Regierungspläne für eine solche Umsiedlung in dieser Region gibt es tatsächlich.

THE KILLING OF A SACRED DEER von Yorgos Lanthimos (THE LOBSTER) mit Colin Farrell und Nicole Kidman. Ein erwartungsgemäß sehr eigenwilliger Film, kühl und sehr künstlich (nicht nur die Dialoge). Empathie kommt für keine(n) der Protagonisten auf, eigentlich gönnt man ihnen das alles, was ihnen passiert. Aber vergessen wird man diesen Film so schnell nicht. In Cannes wurde THE KILLING OF A SACRED DEER mit dem Preis für das Beste Drehbuch ausgezeichnet. Der Film kommt im Januar in die deutschen Kinos. 

Nele Wohlatz‘ THE FUTURE PERFECT: Charmant, natürlich und humorvoll ist dieser Film über eine junge Chinesin, die versucht, sich in Argentinien sprachlich durchzusetzen. Es wird spürbar gemacht, wie die begrenzten Möglichkeiten sich in der Fremdsprache (hier Spanisch) auszudrücken, die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit unserer Umgebung verändern. THE FUTURE PERFECT wurde mit dem Sichtwechsel Filmpreis ausgezeuchnet.   


A SKIN SO SOFT vom kanadischen Filmemacher Denis Côté, dessen „Dokumentarfilme“ BESTIAIRE und QUE TA JOIE DEMEURE ich sehr schätze, was der eigentliche Grund war, mir seinen aktuellen Film über sechs Bodybuilder anzusehen. Wie schon in den beiden genannten Filmen lenkt der Regisseur unseren Blick auf scheinbar nebensächliche Handlungen (dorthin, wo man möglicherweise nicht hinsehen würde, nicht als Filmemacher und auch nicht als Zuschauer), konzentriert sich mehr auf die gewöhnlichen Tagesabläufe der sechs Männer und lässt mögliche Fragen nach dem Warum unbeantwortet. Diese Beantwortung ist auch erkennbar nicht sein Anliegen, er lässt uns nur beobachten, wenngleich er im Q&A dann doch ein wenig über seine Einschätzung zur Motivation der Bodybuilder verriet. 

Denis Côté stand dann am 12.10. im Festivalzelt auf dem Allende-Platz in der Diskussionsrunde UNZENSIERT nochmals Rede und Antwort. Und es ist immer ein Genuss, ihm zuzuhören. 


Mit kleinen Abstrichen 

Sehr ehrenwert ist DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN von Claus Räfle. Der Film spielt in den Jahren 1943 bis 1945 und erzählt die Geschichte von Juden, die sich in Berlin versteckten, um ihrer Deportation zu entgehen. Insgesamt hielten sich zu diesem Zeitpunkt rund 7000 Juden im von den Nazis als „judenfrei“ bezeichneten Berlin auf. Stellvertretend für diese Menschen und ihre Helfer zeigt Räfle das Schicksal mehrerer Personen, deren reale Vorbilder in Interviews (dokumentarische Einblenden) zu sehen und hören sind. Eine dieser Zeitzeuginnen, Hanni Levi, war bei der Filmvorführung zu Gast.
Man merkt dem Film an, dass der Regisseur eher Dokumentarfilmer ist und üblicherweise fürs Fernsehen arbeitet und auch dass gleich vier Fernsehsender (u.a. der NDR) beteiligt sind, aber sei’s drum, es ist gut und wichtig, diese Geschichten zu erzählen. 

DER MANN AUS DEM EIS mit Jürgen Vogel, Action vor grandioser Naturkulisse, für einen deutschen Film erstaunlich bildgewaltig. DER MANN AUS DEM EIS ist eine fiktive Geschichte des Ötzi, der 1991 immerhin rund 5300 Jahre nach seinem Tod aus einem Gletscher in den Alpen auftauchte. Gesprochen wird wenig und das auch nur in einer fiktiven Sprache, die man nicht versteht und auch nicht verstehen muss. 


Bei mir durchgefallen

François Ozons L’AMANT  DOUBLE. Der fing etwas langweilig an, steigerte sich dann aber mit dem spannenden Bruderzwist, bis ich etwa gegen Mitte des Filmes nur noch dachte, dieser Zwist sei jetzt doch ein wenig zu sehr auf die Spitze getrieben worden. Wie sich das Ganze dann schlussendlich auflöst, ließ mich recht ratlos und etwas genervt zurück. Während des Filmverlaufs zu viele falschen Fährten gelegt, sodass schlussendlich nichts mehr zusammenpasst und nichts mehr stimmig ist. Wer Absurdes mag …. 


Eine Rahmenveranstaltung beim Filmfest Hamburg sei hier stellvertretend für diverse Panels und Talkrunden im Festivalzentrum erwähnt, das von Crew United organisierte Panel zur Frage WOZU FILMFESTIVALS? Sehr interessant (siehe Video unten). Ich jedenfalls möchte Filmfestivals nicht missen, schon gar nicht das Filmfest Hamburg, denn es werden nun mal sehr viele ausgezeichnete Filme in der ganzen Welt gedreht, von denen man einen Großteil nie in regulären Kinoprogrammen wird finden können. Zudem bieten Filmfestivals die Möglichkeit mit diversen Filmemachern aus aller Welt ins Gespräch zu kommen, sehr ausführlich klappt das übrigens immer, wenn man die letzten Vorführungen des Tages besucht, da keine weitere Filmvorführung im Kinosaal ansteht und niemand zum Ende drängt. Das habe ich besonders im Anschluss an die Screenings von DIRECTIONS und UNTIL THE BIRDS RETURN erleben können.


Hier freut sich schon jemand auf das Filmfest Hamburg 2018, ob es noch besser werden wird als in diesem Jahr, sei dahingestellt. Das ist selbstredend auch davon abhängig, wie viele gute Filme im Laufe des Jahres 2018 auf den Markt kommen. Das Team vom Filmfest Hamburg hat jedenfalls ein bewundernswert gutes Händchen bei der Filmauswahl, darauf kann man sich alljährlich verlassen. Dafür ein herzliches Dankeschön!


Dass die Hamburger Politik das Engagement der Festivalmacher, die nicht nur uns Filmfreunden, sondern auch der Stadt Hamburg einen großen Dienst erweisen, noch viel besser unterstützen könnte (müsste), das beschreibt hier Stefan Grund für DIE WELT. 


Mittwoch, 4. Oktober 2017

BERLIN FALLING am 15.11.2017 bei DaF im METROPOLIS Kino



Der ehemalige Elitesoldat Frank (Ken Duken) macht sich von Brandenburg aus auf den Weg nach Berlin, um nach langer Zeit seine Tochter wiedersehen zu können. An einer Tankstelle nimmt er den Anhalter Andreas (Tom Wlaschiha, Jaqen H’ghar in „Games of Thrones“) mit. Der zunächst nur nervende Mitfahrer entpuppt sich bald als Terrorist, der in Berlin einen Sprengstoffanschlag plant, den Frank ausführen soll. Als Pfand dient Franks Tochter, die mit ihrer Mutter während der Zugfahrt nach Berlin von Andreas’ Kompagnon beschattet wird.  

Ein rasanter Entführungsthriller aus Deutschland mit überraschenden Wendungen, hochspannend und brisant, der sich an amerikanischen Genrebildern orientiert. Die Dreharbeiten von BERLIN FALLING lagen vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Aber es kommt ohnehin ganz anders, als man als Zuschauer zunächst denken mag. 


BERLIN FALLING ist ein Entführungsthriller voller packender Momente. Ein Road Trip zum Fingernägelkauen und tolles deutsches Genrekino.“ HR-Inforadio

„Da kommen natürlich vertraute Bilder und Ängste wieder hoch. Duken spielt auch damit. Aber er hängt sich nicht sensationsgierig daran. Er entwickelt ein packendes, nervenaufreibendes Drama mit immer neuen, überraschenden Wendungen, wobei mit Erwartungshaltungen gespielt, aber auch klar gebrochen wird. Aber Duken beweist Fingerspitzengefühl. In seiner bewussten, fast minimalistischen Reduktion gelingt ihm ein hochaktueller, beklemmender, ein wichtiger Film. Und ein rohes Stück Genre-Kino, wie man es im deutschen Film nur sehr selten zu sehen kriegt.“ Hamburger Abendblatt 

„Ken Duken hat etwas gewagt. Während hierzulande gerade bei Genrefilmen immer wieder die Mutlosigkeit der Filmemacher und/oder Filmförderung beklagt wird, hat Ken Duken mit Berlin Falling einen harten Thriller gedreht, den man in dieser Konsequenz sehr selten zu sehen bekommt.“ Filmstarts 

„Schon seit ein paar Jahren werden auch in Deutschland wieder überzeugende Genrefilme gedreht, klein oft, mit geringem Budget und ohne Marketingmaschine. In der Serie der Anschläge in Europa, die nicht abreißen will, ist BERLIN FALLING ein mutiger, ein wichtiger Film.“ epd Film 

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)


DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 15.11.2017 (19.00):

BERLIN FALLING
Deutschland 2017
Regie: Ken Duken
Lauflänge: 91 Min.
Fotos und Trailer: © NFP Marketing & Distribution / GrandHôtelPictures Berlin

Donnerstag, 28. September 2017

Maple Movies im METROPOLIS Kino Hamburg



Maple Movies, das Festival des zeitgenössischen kanadischen Kinos, startet am 3.10. im METROPOLIS Kino Hamburg mit ANGRY INUK, einem Dokumentarfilm, in dem die Inuk-Regisseurin und -Aktivistin Alethea Arnaquq-Baril sich für den Schutz der Robbenjagd einsetzt.

Insgesamt sind im METROPOLIS bis zum 25.10. neun aktuelle kanadische Filme zu sehen. Später schickt die Kinemathek Hamburg e.V. dann die Maple Movies in weitere deutsche Städte (Berlin, Freiburg, München, Wiesbaden). 

Eröffnet wird am 3.10. um 20.00 Uhr mit einem kontroversen Film,  ANGRY INUK, einem Dokumentarfilm der Inuk-Regisseurin und -Aktivistin Alethea Arnaquq-Baril, in dem sie  sich gegen die Kampagnen internationaler Tierschutzorganisationen gegen die Robbenjagd und die EU-Richtlinie zum Handelsverbot für Robbenfelle wendet, denn beides hat(te) fatale Auswirkungen auf das Leben der indigenen Gemeinschaften, da diese nicht nur Robbenfleisch als Nahrungsgrundlage betrachten, sondern auch mit der nachhaltigen Jagd der Robben (übrigens jagen sie nicht die Jungtiere mit dem weißen Fell), der Bearbeitung der Robbenfelle und deren Verkauf ihren Lebensunterhalt bestreiten. Arnaquq-Baril möchte aufzeigen, wie stark ihr Volk unter den internationalen Anti-Robbenjagd-Kampagnen leiden muss, und sie möchte aufrütteln, um Änderungen herbeizuführen.


Natürlich muss nun niemand Robbenfelle kaufen, um die Inuit zu unterstützen, es muss ja auch niemand Rind- und Schweinefleisch und Lederprodukte kaufen, um die hiesigen Landwirte zu unterstützen. Ob Einfuhrverbote von Robbenfellen in Europa, die immerhin ein Schritt in Richtung mehr Tierschutz waren, aufgehoben werden sollten, um den Inuit Einkommensquellen durch den kommerziellen Verkauf dieser Felle zu sichern, kann dann jeder für sich selbst nach dem Ansehen des Films entscheiden. Diskutieren muss man in diesem Zusammenhang sicherlich auch, ob wir Europäer das Recht haben, solche Handelsverbote auszusprechen (die in unseren Gesellschaften wohl auf einen mehrheitlichen Konsens stoßen, was ja durchaus demokratisch ist) und somit einem anderen Volk die Lebensgrundlage zu rauben. Wer jedoch mit seinen Produkten global auf dem Markt vertreten sein möchte, muss aber vielleicht auch akzeptieren, dass es andernorts Regeln für den Handel mit diesen Waren gibt, was ja auch beispielsweise den Handel mit Genprodukten oder auch mit Pflanzengiften wie Glyphosat betrifft.


In einem Beitrag Huffington Post Kanada wird die kontroverse Debatte, die ANGRY INUK ausgelöst hat, sehr gut zusammengefasst. Wir weisen darauf hin, dass einige der dort eingebundenen Fotos verstörend sein können. 


Captain Paul Watson, Mitgründer von Greenpeace und später Sea Shepherd, hat einen anderen Standpunkt zum Handel mit Robbenpelzen durch die Inuit und wendet sich gegen die heutige Unterstützung der Robbenjagd durch Greenpeace. Für Paul Watson rechtfertigt die Benennung von Robbenprodukten als indigen die Ware in keiner Weise. Eine indigene Jagd sei für indigenen Gebrauch und nicht für den internationalen Markt. Weder Tradition noch Kultur lasse sich in den Pelzverkauf an Europäer und Asiaten hineininterpretieren. Den kompletten Text von Paul Watson kann man hier in einer deutschen Übersetzung bei Sea Shepherd Deutschland nachlesen.

Neben ANGRY ANUK zeigt das METROPOLIS u.a. CLOSET MONSTER (Kanada 2015) von Stephan Dunn, HELLO DESTROYER (Kanada 2016) von Kevin Funk, LA PASSION D’AUGUSTINE (Kanada 2015) von Léa Pool, LES MAUVAISES HERBES (Kanada 2016) von Louis Bélanger) und WEIRDOS (Kanada 2016) von Bruce McDonald. Hier gibt es alle Infos und Termine.