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Samstag, 12. Januar 2013

Thema VERTRAUEN in Petzolds Film BARBARA bei #DaFMetropolis am 16.01.2013

„Der beste Weg herauszufinden,
ob man jemandem vertrauen kann,
ist ihm zu vertrauen.“
Ernest Hemingway

VERTRAUEN
Ein großes Thema im Film BARBARA, dem nächsten Film in unserer Reihe DaF im Metropolis am 16.01.2013 um 19 Uhr.

Regisseur Christian Petzold untersucht in BARBARA das Wesen menschlichen Vertrauens. Da gibt es den Arzt André, der nach Barbaras Ausreiseantrag aus der DDR in den Westen und ihre anschließende Strafversetzung in ein Krankenhaus in der Provinz ihr neuer Vorgesetzter wird und der ihr sowohl privat als auch beruflich bedingungslos zu vertrauen scheint, dessen scheinbar gutgemeinte Bemühungen Barbara aber sehr irritieren. Ist er wirklich an ihr interessiert und ist er von der Staatssicherheit als Informant auf sie angesetzt? Kann sie ihm vertrauen?

In der DDR war Misstrauen anderen Menschen gegenüber an der Tagesordnung, es wurde für viele Menschen überlebensnotwendig. Christian Petzold, der in Nordrhein-Westfalen geboren und aufgewachsen ist, somit den Staat der DDR nicht in eigener Erfahrung kennen gelernt hat, gelingt es auf eine unaufdringliche, aber umso ergreifendere Art, diese Verbots- und Kontrollwelt und ihre Auswirkungen auf seine Bürger einzufangen.

Aber die Frage, ob man sich anderen Menschen anvertrauen kann und sie dieses Vertrauen rechtfertigen, ist sicher eine universelle Frage, die wir uns alle, nicht nur in Unrechtsstaaten wie der DDR, sondern im täglichen Leben, sei es im Berufsleben, im privaten Umfeld und natürlich auch unseren Politikern gegenüber, immer wieder stellen müssen. Somit weist Petzolds Film weit über die strukturelle Gewalt des Misstrauens, die prägend für das Leben in der DDR war, hinaus. Aber was wir vielleicht alle brauchen, ist eine Welt, in der der Mut zum Vertrauen nicht bestraft wird, denn ein Zusammenleben in einem Umfeld voller Misstrauen kann keine lebenswerte Umgebung schaffen. Da müssen wir sicher alle immer wieder an uns arbeiten. Auch das können wir aus Petzolds Film lernen, einem Film, der nicht vom Arbeiter- und Bauernstaat der DDR erzählen will, sondern, wie andere Filme Petzolds auch, das Individuum mit seiner Beschaffenheit und seinen Möglichkeiten in den Mittelpunkt stellt.

Christian Petzold in den Notizen zu „Barbara“: „Wir wollten das filmen, was zwischen den Menschen ist, sich aufgetürmt hat, was sie misstrauen lässt oder vertrauen, abwehren und annehmen.“

Mehr Informationen zu BARBARA gibt es auch hier auf unserem Blog:

Link zum Metropolis-Kino:

„Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.“
Matthias Claudius

„Wenn man einem Menschen trauen kann, erübrigt sich ein Vertrag. Wenn man ihm nicht trauen kann, ist ein Vertrag nutzlos.“
Jean Paul Getty

„Wer andern gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken; wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken.“
Wilhelm Busch

„Sich einem Menschen anzuvertrauen, ist im Grunde wie ein Spiel, bei dem man entweder alles verliert oder alle gewinnt. der andere ist immer der Gegner und genauso muss man ihn behandeln. Kein Spieler legt seine Karten offen auf den Tisch. Er behält sie in der Hand und wählt aus, welche er zuerst aufdeckt und welche er bis zum Schluss zurückbehält.“

„Wer nicht genügend vertraut, wird kein Vertrauen finden.“

„Für verlorenes Vertrauen gibt es kein Fundbüro.“

„Vertrauen zu genießen ist ein größeres Kompliment als geliebt zu werden.“
George Macdonald

„Zu vertrauen ist gut, nicht zu vertrauen ist besser.“
Giuseppe Verdi

"Ich investiere mein Vertrauen in niemanden, nicht einmal in einen Wissenschaftler." Bob Dylan, Do Right To Me Baby

"Wenn du jemanden brauchst, dem du vertrauen kannst, traue dir selbst."  
Bob Dylan, Trust Yourself


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