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Samstag, 25. Januar 2014

Unsere Tipps für das METROPOLIS Kino Hamburg im Februar 2014




„Wer das Zeug zu einem guten Schauspieler hat, sei fleißig, damit er es nicht wird.“ Hans Albers

Allerdings können wir Ihnen nicht garantieren, dass Sie im Februar im METROPOLIS Kino keine guten Schauspieler sehen werden, das Gegenteil dürfte der Fall sein: Viele wundervolle Schauspieler in ebensolchen Filmen. Ein beeindruckendes Programm, bei dessen Studium man sich mehr Zeit wünschte.

Und einer dieser Schauspieler ist der Hamburger Hans Albers, dem das METROPOLIS im Februar eine Reihe widmet. Gezeigt werden folgende Filme: BOMBEN AUF MONTE CARLO (D 1931, Regie: Hanns Schwarz), DER DRAUFGÄNGER (D 1931, Regie: Richard Eichberg), DER WEISSE DÄMON (D 1932, Regie: Kurt Gerron), GOLD (D 1934, Regie: Karl Hartl), HENKER, FRAUEN UND SOLDATEN (D 1935, Regie: Johannes Meyer), PEER GYNT (D 1934, Regie: Fritz Wendhausen) sowie VARIETÉ (D 1935, Regie: Nikolas Farkas).
Termine ab dem 10.02. 

„Widerstandskraft und Langmut kann man von den Bäumen lernen.“ (Verfasser unbekannt).

In unserer Filmreihe DaF können Sie auch im Februar 2014 neues deutschsprachiges Kino genießen und kennen lernen. Wir präsentieren Ihnen am 12.02. um 19.00 Uhr mit Stefan Herings ABSEITSFALLE (D 2012) einen ambitionierten in der Tradition britischer Arbeiterkomödien stehenden Debütfilm, der unterhaltsam, mit viel Herz und Humor, die Mechanismen des Kapitalismus in Zeiten der Globalsierung darstellt. Und Stefan Hering weiß nach abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium durchaus wovon er da in seinem Film erzählt, wenn er die Protagonisten den „sozialverträglichen“ Entlassungsmaßnahmen wie Abfindungsprogramm und Transfergesellschaft aussetzt.
 
„Zusammenhalt und Mut in Zeiten von Stellenabbau und der ständigen Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren - das sind die Zutaten, mit denen Hering die vermeintlich saubere Arbeit der Manager „da oben" würzt. Zusammen mit pointierten Dialogen und authentischen Konflikten geben sie „Abseitsfalle“ das Prädikat eines wirklich sehenswerten Films." trailer-ruhr.de
 
Den Trailer sowie weitere Infos finden Sie unter dem folgenden Blogpost
Filmszene aus ABSEITSFALLE
 

Kino vom Feinsten gibt es auch im Rückblick auf das Kinojahr 2013, den das METROPOLIS mit den KINO-HIGHLIGHTS 2013 im Februar fortsetzt. Vielleicht haben Sie den einen oder anderen besonderen Film im Jahr 2013 verpasst oder möchten einige davon nochmals genießen, im Februar erhalten Sie die Gelegenheit, sechs tolle Filme des vergangenen Jahres im Kino zu erleben. 

Als da wären: BEASTS OF THE SOUTHERN WILD (USA 2012, Regie: Ben Zeitlin), BLANCANIEVES (Spanien 2012, Regie: Pablo Berger), DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN (F/BL 2012, Regie: Jacques Audiard), THE PLACE BEYOND THE PINES (USA 2012, Regie: Derek Cianfrance), WADJDA (Saudi Arabien/D 2012, Regie: Haifaa al-Mansour) sowie SAITEN DES LEBENS (USA 2012, Regie: Yaron Zilberman), in dem es ein Wiedersehen mit dem wundervollen Christopher Walken gibt. Und hier gibt es den Trailer dazu: 

Auch die Reihe mit Filmen eines der größten Regisseure aller Zeiten, INGMAR BERGMAN, läuft im Februar weiter. Das METROPOLIS arbeitet sich chronologisch durch sieben Werke aus den Jahren 1958 bis 1977. Und das sind: NAHE DEM LEBEN (S 1958), DIE JUNGFRAUENQUELLE (S 1959), DAS SCHWEIGEN (1963), SCHANDE (S 1968), SZENEN EINER EHE (S 1973), VON ANGESICHT ZU ANGESICHT (S 1975) und DAS SCHLANGENEI (BRD/USA 1977). Die Termine sind über den gesamten Februar verstreut und können hier im Detail nachgelesen werden: METROPOLIS Thema INGMAR BERGMAN

Wer sich näher mit diesem außergewöhnlichen Regisseur beschäftigen möchte, dem sei die  Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung empfohlen (Schwedisch und Englisch). 

Ein weiteres Highlight im Programm des METROPOLIS Kinos ist die Reihe BRIAN de PALMA, in der BIZARRE CINEMA EXPANDED ab Februar (bis einschließlich April) das Werk des ebenso umjubelten wie teils gefürchteten Regisseurs Brian de Palma aufarbeitet. Im Februar sind folgende Filme de Palmas zu sehen: GREETINGS (USA 1968), HI, MOM (USA 1970), OBSESSION (USA 1976) und SISTERS (USA 1973). Termine vom 18.02. bis zum 26.02. Alle Filme werden in Originalfassung gezeigt.  

„Seine Filme sind ein Sturz von einem Alptraum in den nächsten. Selbst am Ende erreichen sie nie den Punkt, an dem man sagen könnte: Es war alles nur ein böser Traum." DIE ZEIT über Brian de Palma
  
Aber BIZARRE CINEMA hat noch mehr zu bieten und verhilft dem Kinobesucher zu ein wenig Nostalgie, wenn es uns in Zeiten entführt, in denen das Kino vielleicht noch ein wenig schäbig, aber dafür umso lebendiger war. Fünf bizarre Filme aus den 70er Jahren sollen das unterstreichen. Hier sehr schön beschrieben: METROPOLIS Thema BIZARRE CINEMA

Filmkunst in Dokumentarfilmen bietet allmonatlich die tolle Filmreihe dokART, im Februar mit den folgenden Filmen: CRAZY HORSE (F 2011, Regie: Frederick Wiseman) über das berühmt-berüchtigte Pariser Nachtlokal gleichen Namens sowie Michael Glawoggers „Bordell-Film“ WHORE`S GLORY (Österreich/D 2011) über das Geschäft mit dem Sex in unserer globalisierten Welt an Schauplätzen in Thailand, Bangladesch und Mexiko. Der Film wurde im Jahr 2012 mit dem Österreichischen Filmpreis in den Kategorien Bester Dokumentarfilm und Beste Kamera ausgezeichnet und erhielt 2011 in Venedig den Spezialpreis der Jury in der Reihe ORIZZONTI. 
Termine: 04.02. um 19.00 Uhr (CRAZY HORSE) und 20.02. um 21.15 Uhr (WHORE`S GLORY). Mehr zu dokART gibt es hier

SOULFOOD CINEMA hat sich nach dem Thema KUNST dem Thema EXILE verschrieben und startet diesen neuen Themenblock am 02.02. um 17.00 Uhr mit dem deutschen Dokumentarfilm WADIM (D 2011, Regie: Carsten Rau, Hauke Wendler). WADIM ist die Geschichte des lettischen Flüchtlings Wadim K., der eines der vielen Opfer deutscher Abschiebepraxis geworden ist. In Hamburg aufgewachsen, aber dennoch nur geduldet und später im Alter von 18 Jahren ohne seine Familie nach Lettland abgeschoben, unternimmt Wadim mehrere Versuche, illegal in Deutschland einzureisen. Im Alter von nur 23 Jahren nimmt er sich schließlich aus Verzweiflung über seine ausweglose Situation, nicht in seiner Heimat Hamburg bei seiner Familie und seinen Freunden leben zu können, das Leben, in dem er sich in Hamburg vor eine S-Bahn wirft. Es bleibt zu hoffen, dass Wadims Schicksal irgendwann (und zwar hoffentlich sehr bald) mahnendes Beispiel für eine verfehlte Abschiebepraxis Deutschlands sein wird.

Politisch wird es auch in der Reihe TÄTER – OPFER – WIDERSTAND mit dem Film DIE GEHÖRLOSEN IN DER NS-ZEIT (D 2013, Regie: Helmut Vogel) am 09.02. um 17.00 Uhr. Der Film verdeutlicht, wie die Vielfalt der Gehörlosengemeinschaft Deutschlands während der NS-Zeit kontinuierlich zerstört wurde.

Im JÜDISCHEN FILMCLUB können Sie am 20.02. um 19.15 Uhr die Komödie ET SOUDAIN TOUT LE MONDE ME MANQUE (F 2011, Regie: Jennifer Devoldère) über eine jüdische Familie im heutigen Paris sehen, ein Film, der zeigt, wie kompliziert eine Familie sein kann. 

Die Filme MATHILDE – EINE GROSSE LIEBE mit der zauberhaften Audrey Tautou (F/USA 2004, Regie: Jean-Pierre Jeunet) und  PASSAGES – MARSEILLE (F 2003, Regie: Gesa Matthies) werden anlässlich des Deutsch-Französischen Kulturfestivals ARABESQUES am 11.02. um 19.00 und 21.00 Uhr gezeigt.
Mehr zum Festival erfahren Sie hier

Auch die Reihe SPECIALS (Besondere Programme und Gäste) bietet im Februar äußerst Sehenswertes. Am 17.02. um 19.00 Uhr DIE FRAU MIT DEN 5 ELEFANTEN (CH/D 2009, Regie: Vadim Jendreyko), am 28.02. um 19.00 Uhr  MANDELA – DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT (GB/Südafrika 2013, Regie: Justin Chadwick) und den SWINGMOVIE TALK am 15.02. um 20.00 Uhr (mit Vortrag, Filmausschnitten und Live-Demonstrationen). Mehr Infos: METROPOLIS Thema SPECIALS

Zum Abschluss unserer Tipps möchten wir Sie noch auf zwei PREMIEREN im METROPOLIS Kino aufmerksam machen. Zunächst auf den Dokumentarfilm DER KAPITÄN UND SEIN PIRAT (D 2013, Regie: Andy Wolff), der die Entführung des deutschen Frachtschiffs "Hansa Stavanger" im Jahr 2009 am Horn von Afrika in ein neues Licht rückt. Der Regisseur Andy Wolff und der Kapitän Krzystof Kotiuk werden am 02.02. um 19.00 Uhr zu Gast sein. Weitere Termine: 03.02. um 17.00 Uhr sowie 04.02. um 21.30 Uhr. 

Die zweite PREMIERE zeigt das METROPOLIS Kino in Zusammenarbeit mit „Waage e.V. – Das Fachzentrum für Essstörungen“ am 27.02. um 19.00 Uhr. KÖRPERGESCHICHTEN: VIER FRAUEN – VIER WEGE (D 2011, Regie: Katharina Grube) dokumentiert mit viel Humor das Selbstverständnis von vier übergewichtigen Frauen und hält unserer Gesellschaft, die von Normen und Idealbildern, auch was das Aussehen von Frauen betrifft, geprägt ist, einen Spiegel vor. 

Trailer DER KAPITÄN UND SEIN PIRAT

Wir hoffen, wir haben Ihnen einige Tipps für einen anregenden Kino-Monat geben können und wünschen Ihnen einen schönen Februar! Alle Filme und Termine des METROPOLIS im Februar 2014 entnehmen Sie bitte der Webseite des Kinos.

Unser Bonbon für gute Laune zum Schluss: Christopher Walken tanzend in PENNIES FROM HEAVEN.

Donnerstag, 23. Januar 2014

DaF im METROPOLIS am 12.02.2014: ABSEITSFALLE


ABSEITSFALLE - Ein menschlich berührender, sozialengagierter Film über die Verhältnisse in der modernen Arbeitswelt bei DaF im Februar. Und ein Film über eine junge Frau, die hin- und hergerissen ist zwischen ihrer Karrierechance und der Solidarität zu ihren Kollegen (und der Liebe zu einem dieser Kollegen). „"Abseitsfalle" ist die Geschichte einer Liebe in Zeiten der Globalisierung. Und: Es ist die Geschichte von Working-Class-Heroes, die sich mit dem Humor der Verzweiflung dagegen wehren, im Abseits zu landen.“ Ester.Reglin.Film

Karin (Bernadette Heerwagen) arbeitet in der Personalabteilung des Bochumer Waschmaschinenherstellers PERLA. Als der US-Mutterkonzern einen seiner vier Produktionsstandorte in Deutschland, England, Polen und Frankreich schließen will, erhält sie die Aufgabe, an der Seite des externen Unternehmensberaters Dr. Kruger (Christoph Bach) ein Drittel der Belegschaft sozialverträglich einzusparen. Nur so könne das Bochumer Werk in diesem konzerninternen Wettbewerb bestehen und gerettet werden (so mancher mag sich jetzt an General Motors und die europäischen Opel-Werke erinnert fühlen). Per Abfindung und zwölfmonatiger, vom Konzern und der Agentur für Arbeit finanzierter Transfergesellschaft sollen 400 Perla-Mitarbeiter dazu gebracht werden, freiwillig aus dem Unternehmen auszuscheiden.

Doch nicht alle Mitarbeiter lassen sich ködern. Der Fabrikarbeiter und Anführer des werkseigenen Fußballteams Mike (Sebastian Ströbel), in den sich Karin verliebt hat, mobilisiert seine Kollegen und die Werksfußballer der anderen Fabriken, sich gegen den Mutterkonzern und das Abfindungsprogramm zu solidarisieren. Karin gerät zunehmend zwischen die Fronten und schließlich wenden sich sogar ihre befreundeten Kolleginnen von ihr ab. Und noch ahnt sie nicht, welches Spiel der amerikanische Mutterkonzern tatsächlich spielt ….

Die deutsche Film- und Medienbewertung gibt für ABSEITSFALLE das
Prädikat BESONDERS WERTVOLL.

„"Abseitsfalle" erzählt von den Mechanismen des globalen Kapitalismus, von Solidarität, Widerstand und Würde. Ein kleiner, feiner Low-Budget-Film, der in vieler Hinsicht ganz groß ist. Er hat wunderbare Schauspieler, die authentische Charaktere spielen, ein rundes, gesellschaftlich relevantes Drehbuch, viel Herz und Humor.“ Neue Westfälische

„„Abseitsfalle“ ist ein Film über eine Figur mit einem Traum: Karin will raus aus dem Mief ihrer harten Kindheit und hoch hinaus in die glitzernde Zentrale eines multinationalen Konzerns, einem trügerischen Traumbild. Filme über Träume haben ein enormes emotionales Potenzial für den Zuschauer, weil er mitträumen kann. Noch reizvoller wird die Geschichte für mich durch den Wettstreit alter Werte gegen (leider nicht mehr ganz so) neue Werte: Solidarität, Loyalität und ehrliche Arbeit scheinen auf den ersten Blick chancenlos gegen knallharten Pragmatismus und rücksichtsloses Macht- und Profitstreben.“
Regisseur Stefan Hering

Text: Regina Nickelsen, Colón Language Center

Am 12.02.2014 um 19.00 Uhr bei DaF im METROPOLIS Kino:

ABSEITSFALLE
Deutschland 2013
Regie: Stefan Hering
Laufzeit: 97 Minuten

Mehr Informationen zu unserer Filmreihe DaF finden Sie auch beim Filmteam Colón auf  Facebook
Zum  METROPOLIS Kino

Trailer