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Dienstag, 25. März 2014

#PopulationBoom von Werner Boote, Hamburg-Premiere am 24.03.2014 im #ABATON


POPULATION BOOM von Werner Boote, Hamburg-Premiere am 24.03.2014 im ABATON.  Und Werner Boote war zu Gast und sorgte für ein turbulentes und äußerst interessantes Publikumsgespräch (sehr charmant war er noch dazu …..). 
 
Auf unserem Planeten leben 7 Milliarden Menschen. Dass das viel zu viele seien und dass diese „Überbevölkerung“ dafür verantwortlich sei, dass unsere Ressourcen schwinden, der Klimawandel vorangetrieben wird und der Welthunger sich ausbreitet, wird uns allen ständig weisgemacht. Rettung wird darin gesehen, die Menschen (vor allem in der sogenannten Dritten Welt) dazu zu bringen, weniger Kinder in die Welt zu setzen. Werner Bootes Film spricht sich entschieden dagegen aus. Beispielsweise mit der Aussage, dass die gesamte Weltbevölkerung im kleinen Österreich Platz finden würde und jeder dort dann noch 11 Quadratmeter Fläche zur Verfügung hätte. Der Rest der Welt wäre dann menschenleer ….

Unterhaltsam aufbereitet, wie man es schon von Bootes Film PLASTIC PLANET kennt, aber mit vielen bitteren Wahrheiten versehen. Boote ist immer noch im positiven Sinne neugierig und befragt die Menschen direkt, aber stets respektvoll und mit einem Regenschirm mit dem Logo der Weltbank als „Schutzschirm“ in der Hand. Sein Fazit: Nicht die Weltbevölkerungszahl trage die Schuld an zu Neige gehender Ressourcen, an Welthunger und Umweltzerstörung, sondern die ungerechte Verteilung der Ressourcen und die Machtpolitik westlicher Staaten. Die Angst vor dem Bevölkerungswachstum werde nur geschürt, um von den eigentlichen Problemen (beispielsweise dem Wahn des ständigen wirtschaftlichen Wachstums, dem die Industriestaaten verfallen sind) abzulenken.  Wir wollen Geburtenkontrolle für Arme, damit wir unseren Lebensstil nicht einschränken müssen. Ganz so, als gäbe es ein Menschenrecht auf Konsum, aber keines auf Kinder.


Ein starker Dokumentarfilm, der für mehr Menschlichkeit plädiert. Unbedingt ansehen! 

Auch das anschließende Filmgespräch zeigte auf, wie wir Wohlstandsmenschen der reichen Industriestaaten ticken. Immer scheinen wir zu wissen, wie es anderswo besser gemacht werden könnte/sollte und blicken auf die Menschen anderer Kulturen herab (auch unsere NGOs). Bildung als Allheilmittel für eine Reduzierung der Geburtenrate? Wer sagt denn, dass uns unsere Bildung weise gemacht hat? Wenn man sich anschaut, wohin sie uns geführt hat (Konsumwahn, Ressourcenknappheit, Umweltzerstörung, ….), dann bleibt ein dickes Fragezeichen.

Zur Webseite des Films: Population Boom

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