Seiten

Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 10. September 2014

Colón-Kinoabend DaF im METROPOLIS Kino im Oktober: WESTEN



Im November 1989, vor 25 Jahren, fiel die Mauer zwischen Ost- und Westberlin, wurde die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten geöffnet. Vor diesem Datum gab es den sozialistischen Staat DDR im Osten und den kapitalistischen Staat BRD im Westen, der für viele Bürger aus der DDR zum Anziehungspunkt wurde, versprach er doch ein freibestimmtes Leben. So auch für Nelly Senff (Jördis Triebel) in Christian Schwochows großartigem Drama WESTEN, der im Jahr 1978 die Flucht in den Westen gelingt.

Eine Cola-Dose im Rinnstein und ein Süßigkeiten-Automat in der Notaufnahmestelle sind die Symbole für eine andere, eine neue Welt. Diese erwartet Nelly und ihren neunjährigen Sohn Alexej (Tristan Göbel) jedoch zunächst mit einem Zimmer im trostlosen Aufnahmelager, unendlicher Bürokratie und vor allem jeder Menge Misstrauen gegenüber der Frau aus dem Osten, die mit dem russischen Physiker Wassili liiert war. Und immer wieder Fragen über Fragen der westlichen Geheimdienste, nach Wassili, nach Nellys Zielen im Westen, nach den Gründen für ihre Flucht. Bis Nelly sich schließlich von Stasi-Spitzeln umgeben sieht und auch im gelobten Westen niemandem vertrauen zu können glaubt ….

Die wunderbare Hauptdarstellerin Jördis Triebel wurde für ihre Darstellung der Nelly Senff in WESTEN im April 2014 mit dem Deutschen Filmpreis und im September 2013 mit dem 'Best actress'-Award nach der Weltpremiere auf dem Montréal World Film Festival ausgezeichnet.

„Furioses DDR-Fluchtdrama "Westen“ … Auf diese Weise reiht sich "Westen" in eine Gruppe großartiger neuerer Frauendramen, in dem fast ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall komplizierte psychologische Figuren gezeichnet werden, die vor der ideologischen Tapete ihr Recht auf Charakter einfordern.“ Der Spiegel

„Ein Film, dessen Charaktere ins Kleinste ausgearbeitet sind, die natürlich wirken in einer extremen Ausnahmesituation. Ein Film mit großartigen Schauspielern, allen voran Jördis Triebel als Getriebene und Alexander Scheer, der vielleicht ganz durchtrieben ist. Und natürlich, vor allem: der elfjährige Tristan Göbel, ein Glücksfall für den Film.“ kino-zeit 

“Das Großartige an Schwochows Film ist, dass er viel mehr und auch etwas völlig anderes erzählt als nur eine solche Vom-Regen-in-die-Traufe-Geschichte. ‚Westen‘ handelt davon, dass eine Mutter von ihrem Kind gerettet wird. … Seine ästhetische Wirkung beruht auf dem Kampf, den überragend gute Schauspieler mit einer unerbittlichen, sie immer wieder bedrängenden Kamera austragen. Vor allem Jördis Triebel als Nelly liefert sich atemraubende Duelle mit dem zudringlichen Auge.“
Die Welt 

„Schwochow beweist sich als Meister einer Filmsprache, die nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch auf endloses Dialog-Geplapper verzichtet. Vieles in Westen bleibt ungesagt.“ Zeit Online 

DaF im METROPOLIS Kino am 8.10.2014 um 19 Uhr:

WESTEN
D 2013
Regie: Christian Schwochow
Lauflänge: 102 Minuten


1 Kommentar: