Ein Blog vom Ex-Filmteam. Schwerpunkt: Kino in Hamburg, deutschsprachiger Film, Filmreihe DaF: Deutsch als Fremdsprache - Deutsch als Filmsprache (einmal monatlich im Metropolis-Kino Hamburg)
DaF
im METROPOLIS Kino am 12.07.2017 (19.00 Uhr): Kurzfilmprogramm “Von Welten aus
dem Lot”
Bankenkrise, Schuldenkrise, Kriege, Ausbeutung der Natur
und Umweltzerstörung – unsere Welt gerät zunehmend aus der Balance. Wer trägt
die Kosten? Wird schlussendlich das Rad wieder zurückgedreht?
Neun Kurze zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln, denn
Humor ist ja am besten, wenn man trotzdem lacht, und gleichzeitig neun starke
deutsche Kurzfilme, die beweisen, wie beeindruckend der Kurzfilm (und der
deutsche Film) sein kann, darunter mit BALANCE und QUEST zwei Oscar-Gewinner.
Im Anschluss an das Filmprogramm lädt das Colón Language
Center zu einem Umtrunk in der Metropolis Kino Bar ein. Wir freuen uns auf
Ihren Besuch!
Die Filme im Einzelnen:
DER
WECHSEL (D 2016, Kai Maria Steinkühler/Markus Mischkowski, 6:00)
BANKENKRISE (D
2008, Till Penzek/Jon Frickey, 2:10)
WER
TRÄGT DIE KOSTEN (D 2015, Daniel Nocke, 3:50)
BALANCE (D
1989, Christoph und Wolfgang Lauenstein, 7:44)
Werkschau Ruth
Beckermann im Metropolis KinoHamburg vom 13. bis
31. Mai 2017 in Anwesenheit von Ruth Beckermann
Seit 40 Jahren arbeitet die gebürtige Wienerin Ruth Beckermann als
Dokumentarfilmerin. Ihr Name ist ein Synonym für das politisch sensible Kino
geworden. Gemeinsam ist allen Filmen Beckermanns eine Auseinandersetzung mit
der Geschichte: etwa bei ihrer Beschäftigung mit Österreich, dem Judentum und
Fragen nach der persönlichen und kollektiven Identität und deren Brüchen. Vom
13.5. bis 31.5. widmet das Metropolis Kino der Regisseurin und Produzentin Ruth
Beckermann eine neun Filme umfassende Werkschau, die in Zusammenarbeit mit dem
Filmhaus Nürnberg, dem Filmmuseum Frankfurt und Gerald Weber (sixpackfilm)
entstand.
Die Eröffnung der Retrospektive findet in Anwesenheit von Ruth Beckermann
am Samstag, den 13.05. im Metropolis Kino statt. Den Anfang bildet eine
Doppelvorstellung bestehend aus ihren Filmen Wien retour (17 Uhr) und American
passages (19 Uhr).
Wien retour
Ihr erster abendfüllender Film Wien retour, der in Zusammenarbeit mit Josef
Aichholzer 1983 entstand, ist ein Filmporträt über einen Wiener Kommunisten, in
dessen Biografie die Katastrophen und Widersprüche des vergangenen Jahrhunderts
zu lesen sind. In beseelten Gesprächen fragt die Filmemacherin unterschiedlich
nach, um zur kulturellen Identität Franz Wests vorzudringen.
13.5. 17 Uhr
American passages
Ihre 2011 erschienene Roadmovie-Dokumentation American passages spannt sich
wie ein dokumentarisches Netz über das Land, die Utopie Amerika.
Ausschlaggebend für Beckermann war die Wahl Obamas 2008. Es war ihr ein
wichtiges Anlegen, die Wahlnacht in Harlem (New York) zu drehen. Nach diesem
Beginn widmete sich die Filmemacherin ein Jahr lang einer gründlichen
Recherche. Entstanden ist ein Passage durch Amerika, eine Collage, ein
fragmentarisches Bild über Menschen und Strukturen der amerikanischen
Gesellschaft. Wir bekommen ein Eindruck von dem utopischen Entwurf „Amerika“
und dem Gezerre an diesem Konstrukt, angeführt von Interessensgruppen, wie etwa
der Tea Party (die Occupy-Bewegung und Donald Trump als Präsident gab es noch
nicht), und über all dem steht die „Constitution“ als Verbindungstext.
13.5. 19 Uhr
Die Werkschau umfasst die letzten 34 Jahre des
künstlerisch-dokumentarischen Schaffens Ruth Beckermanns.
·ihre Filmtrilogie, in der sich die Filmemacherin mit
jüdischer Identität beschäftigt:
Wien retour
(1983), Die
papierene Brücke (1987), Nach Jerusalem (1990)
·Jenseits des Krieges (1996) über die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ und die
Reaktionen, die eben diese bei den Besuchern zur Folge hat
·ihren bis dato letzten Film Die Geträumten (2016).
·Homemad(e) (2001), der den politischen Umbruch des Jahres 2000
reflektiert
·Zorros Bar Mizwa (2006), in der der
Weg von vier Zwölfjährigen zu ihrer Bar Mitzwa dokumentiert wird
·und den Filmessay Those Who Go Those Who Stay (2013), dessen
Themadie freiwilligen und
unfreiwilligen Reisebewegungen auf dem europäischen Kontinent sind.
Alle Termine und weitere Infos gibt es hier beim METROPOLIS.
Veranstaltungsort:
Metropolis Kino,
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
Eintritt: 7,50€ und 5€ (Mitglieder der Kinemathek Hamburg e.V.)
In
unserer Filmreihe DaF am 14.6. im METROPOLIS Kino: Vier Ex-DDR-Agenten gehen
als KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS im Auftrag des Bundesnachrichtendiensts auf
geheime Mission.
DIE OLSENBANDE und OCEAN’S ELEVEN lassen grüßen in Robert
Thalheims Spionage-Komödie (mit allerlei Reminiszenzen auf klassische
Agentenfilme), in der der Ex-DDR-Spion Jochen Falk (Henry Hübchen), auch „Zonen-James-Bond“
genannt, vom BND reaktiviert wird, um in seiner alten Wirkungsstätte
den BND-Agenten Kern (Jürgen Prochnow) und den designierten Präsidenten
der ehemaligen Sowjetrepublik Katschekistan zu befreien und die
Friedenskonferenz für das fiktive Land zu retten. Unter der Voraussetzung,
zukünftig die volle Westrente zu erhalten und den Einsatz mit seinen alten
Mitstreitern durchführen zu können, willigt Falk ein. Zumal er mit Kern, der ihn
vor mehr als 30 Jahren enttarnt hatte, noch eine Rechnung offen hat …..
Einen Showdown gibt es in diesem Agentenfilm natürlich auch. Doch der wurde
nicht im wilden Katschekistan, sondern im ehemaligen Bundestagsgebäude in Bonn
inszeniert, das somit viele Jahre nach dem Umzug des Bundestags nach Berlin nochmals
Ort eines Machtkampfes von Kontrahenten wird.
„Die deutsch-deutsche Agentenkomödie "Kundschafter
des Friedens" ist grandios absurd - und auch dank der guten Besetzung
extrem lustig.“ Deutschlandradio Kultur
„Ost gegen West, jung gegen alt: Die Komödie
„Kundschafter des Friedens“ glänzt mit guten Gags und toller Besetzung rund um
Henry Hübchen.“ Tagesspiegel
„Mal verblüffend gewieft, mal grandios scheiternd - was
die "Kundschafter des Friedens" hier anstellen, bleibt immer
überraschend und macht auf jeden Fall großen Spaß.“ NDR
„Amüsante,
sanft ironische Komödie, die ihren Humor aus dem Gefälle von Anspruch und
Wirklichkeit der Senioren bezieht. Anspielungen auf Spionagefilme der 1960er-
und 1970er-Jahre sowie spielfreudige Darsteller sorgen für angenehme
Unterhaltung, die unterschwellig die gravierenden Veränderungen für die Ostdeutschen
durch die Wiedervereinigung verhandelt.“ Filmdienst
Vor 100 Jahren (29.4.1917) wurde die Avantgarde-Regisseurin
Maya Deren geboren. Ihr erster Film MESHES OF THE AFTERNOON (USA 1943), gedreht
mit einer 16-mm-Kamera, sollte zu ihrem bedeutendsten werden und beeinflusste
die Entwicklung des Experimentalfilms maßgeblich.
„Nach 13 Minuten hat man den Triumph des Films als
Kunst hinter sich. Maya Derens Film ist ein enigmatisches Meisterwerk durch und
durch. Die innovativ gestalteten Bilder, düster und irritierend, und die
fantastische Montage, die sämtliche Grenzen der Logik und des Verstandes einrennt,
fügen sich zu einem brillant funktionierenden Film zusammen, der meditativ und
hochgradig lyrisch wirkt. "Meshes of the Afternoon" ist mit
Sicherheit eines der schönsten, herausfordernsten Stücke Film aller Zeiten, ein
surreales, verstandbeugendes Gedicht.“ Björn Last, Filmzentrale
Weitere
Infos zum filmischen Werk von Maya Deren gibt es beim BFIund bei Senses Of Cinema.