Mittwoch, 13. Juni 2018

DIE GRÜNE LÜGE im Juli 2018 bei DaF


Wie „fair“ und nachhaltig werden Palmöl und Elektroautos produziert? Was steckt hinter den Nachhaltigkeitsversprechen großer Konzerne? Können wir als Konsumenten die Welt retten, wenn wir die als nachhaltig angepriesenen Produkte kaufen? Der österreichische Filmemacher Werner Boote (PLASTIC PLANET) ist zusammen mit der Journalistin und Greenwashing-Expertin Kathrin Hartmann um die Welt gereist, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten. Gestoßen sind sie auf Bestrebungen der Konzerne, sich durch „grüne“ Kampagnen ein sauberes Image zu verschaffen (Greenwashing). Schlussendlich profitieren die Konzerne, denn Produkte mit den grünen Siegeln erwerben wir Verbraucher nur allzu gern, wenn uns weisgemacht wird, wir könnten dadurch ökologisch und nachhaltig konsumieren und unseren Planeten retten.


Laut Kathrin Hartmann ist Greenwashing jedoch das Bemühen von Unternehmen, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verstecken. DIE GRÜNE LÜGE deckt dies schonungslos auf, zeigt aber auch Lösungswege, auch wenn diese einen weitreichenden Wandel voraussetzen. 

Wie von Werner Boote gewohnt, ist auch DIE GRÜNE LÜGE eine äußerst unterhaltsame und spannende Doku, äußerst informativ und aufrüttelt ist sie dennoch.

Werner Boote und Kathrin Hartmann am 18.2.2018 bei der Weltpremiere ihres Filmes  im Rahmen der Berlinale. 

Kathrin Hartmann in einem Interview mit der SüddeutschenZeitung: Meine Utopie ist ein selbstbestimmtes, solidarisches Leben, mit gleichen Rechten für alle. Dass alle Menschen auf der Welt Zugang zu Gesundheit, sauberem Wasser und zu gutem, gesundem Essen haben. Ganz konkret halte ich zum Beispiel Ernährungsunabhängigkeit für einen großen Hebel für globale Gerechtigkeit: Das bedeutet, dass Lebensmittel demokratisch produziert werden - nach den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen, ressourcenschonend, ökologisch und sozial gerecht, ohne Ausbeutung und Naturzerstörung. Im Mittelpunkt stehen regionale Märkte - nicht der Export oder die Profitinteressen. Das kann Armut und Hunger abschaffen, das Klima retten und Ressourcen bewahren.“ 


„DIE GRÜNE LÜGE zeigt prägnant: Wenn wir immer mehr verbrauchen, hilft es auch nicht, wenn das einzelne Produkt etwas weniger umweltschädlich hergestellt wird. Dazu gehören auch Technikverheißungen wie das E-Auto, in dem umweltschädliches Lithium steckt und dessen Strom auch aus Kohle erzeugt wird. Die Botschaft von Buch und Film: Wir müssen als mündige Bürger agieren und vehement Gesetze einfordern. Für eine Welt, die überleben kann.“ NDR 


„Eine ernüchternde Reise, eine Reise, die zornig macht. Und die zugleich optimistisch bleibt. Der Film von Boote und Hartmann enthält eine Reihe von Informationen, die im täglichen Nachrichtenfluss nicht vorkommen, vor allem aber vermittelt er, wie sich die Gefahren einer Produktion unter dem grüngewaschenen Image der Konzerne nicht allein in Zahlen und Untersuchungen wiedergeben lassen, sondern im Leben von wirklichen Menschen. Das ist es, was Filme können.“ epd Film 
Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)

 
Am 11.7.2018 (19.00) bei DaF im METROPOLIS Kino Hamburg:

DIE GRÜNE LÜGE
Österreich/Deutschland 2018
Regie: Werner Boote
Lauflänge: 90 Min. 

Fotos und Trailer: © Little Dream

Montag, 11. Juni 2018

#SPIELMACHER am 13.6.2018 bei #DaF im Metropolis Kino Hamburg


Im Jahr 2005 (einem Jahr vor der Fußball-WM im eigenen Land) erschütterte ein Wettskandal mit dazugehörigen Spielmanipulationen den deutschen Fußball. Es kam beispielsweise zu Manipulationen von DFB-Pokalspielen, aber auch Spielen der Zweiten Bundesliga.

Im Januar 2005 wurde dieser Wettskandal um den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer und die kroatischen Brüder Sapina aufgedeckt. WELT ONLINE hat diese wahre Geschichte drehbuchreif protokolliert. 

Dass dieser Wettskandal nicht der einzige blieb, belegte u.a. das Eingeständnis des früheren FCSt. Pauli Spielers René Schnitzler, der zwischen 2007 und 2009 Zahlungen von der Wettmafia in Höhe von 100.000 € erhielt. 

Zwar soll dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zufolge seit 2005 kein Spiel der Bundesliga oder 2. Bundesliga als manipulationsverdächtigeingestuft worden sein, aber es gibt ja auch noch den Jugendfußball und untere Ligen. Die Spielmanipulationen in diesen Ligen sind auch Gegenstand von Timon Modersohns SPIELMACHER und der Regisseur gibt an, die Handlung seines Filmes komme der Realität sehr nah. 


Wir zeigen Modersohns Thriller-Drama mit Frederick Lau in der Rolle des Ivo, der durch einen Gefängnisaufenthalt seine Träume von einer Profikarriere als Fußballer aufgeben musste und nach der Haftentlassung in die Fänge der Wettmafia gerät, am 13.6.2018 um 19.00 Uhr in unserer Filmreihe DaF im METROPOLIS Kino Hamburg. Eine etwas andere Einstimmung auf die am Donnerstag startende Fußball-WM, aber keine Sorge, Fußball-Fans kommen nicht zu kurz, denn auch die Liebe zu diesem Sport findet Platz in SPIELMACHER.

Mehr Infos und den Trailer gibt es hier in diesem Blogpost


„Die Kamera von Christian Rein ist sehr dicht an den Figuren dran und erlaubt kaum Distanz, was den Zuschauer nur noch stärker in die Handlung hineinzieht und mit dem Ruhrgebiet wurde zudem ein Handlungsraum gewählt, der mit seinen Fabriken und Bolzplätzen ebenso rau wirkt wie die Charaktere, die sich in ihm bewegen. Ein deutscher Genrefilm, der mit seinen starken Darstellern und einer stimmigen Milieuzeichnung überzeugt.“ Deutsche Film- und Medienbewertung, Prädikat WERTVOLL 


DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 13.6.2018 (19.00):   

SPIELMACHER
Deutschland 2018
Regie: Timon Modersohn
Lauflänge: 99 Min.
Produktion: Frisbee Films 

Fotos: © Warner Bros. Pictures Germany

Sonntag, 6. Mai 2018

FLIEDER (SYRINGEN) – Zwei Gedichte


Der Flieder blüht wieder und wir grüßen ihn mit diesen schönen Gedichten des österreichischen Dramatikers, Lyrikers, Kulturkritikers und Pazifisten Karl Kraus, das er im Jahr 1919 ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkrieges schrieb, und des deutschen Schriftstellers und Kleinbauern Christian Wagners, der sich das Dichten autodidaktisch beibrachte. 


Karl Kraus war von Wagners SYRINGEN sehr angetan und kam zu dem Schluss, es werde in deutscher Sprache nicht viele Wunder von der Art der dritten und der letzten Strophe des Gedichtes geben. 


Flieder (von Karl Kraus)

Nun weiß ich noch, 's ist Frühling wieder.
Ich sah es nicht vor so viel Nacht
und lange hatt' ich's nicht gedacht.
Nun merk' ich erst, schon blüht der Flieder.

Wie fand ich das Geheimnis wieder?
Man hatte mich darum gebracht.
Was hat die Welt aus uns gemacht!
Ich dreh' mich um, da blüht der Flieder.

Und danke Gott, er schuf mich wieder,
indem er wiederschuf die Pracht.
Sie anzuschauen aufgewacht,
so bleib' ich stehn. Noch blüht der Flieder.


Syringen (von Christian Wagner)

Fast überirdisch dünkt mich euer Grüßen,
Syringen ihr, mit eurem Duft dem süßen.

Nach Geisterweise weiß ich ihn zu werten:
Er ist ein Duftgesang mir von Verklärten.

Gott, wie ich doch in dieser blauen Kühle
Der Blumenwolke hier mich wohlig fühle!

Süß heimlich ahnend, was hinein verwoben,
Wie fühl ich mich so frei, so stolz gehoben!

Bin ich es selbst, des einstig Erdenwesen
Nun auch einmal zu solchem Glanz genesen?

Sind’s meine Lieben, die, ach längst begraben,
In diesen Düften Fühlung mit mir haben?


Beim Projekt Gutenberg kann man sich mit Karl Kraus und seinem Werk beschäftigen.

Christian Wagner kommt hier bei Gedichte xbib umfassend zu Ehren.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Das Jahr 1956 und die schweigenden Abiturienten


DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER am 9.5. (19.00) in unserer Filmreihe #DaF im METROPOLIS Kino. Der Film beruht auf einem realen Ereignis vom Herbst 1956 in der noch jungen DDR. Die Schüler einer Abiturklasse in Storkow (im Film Stalinstadt) legten in Gedenken an die Opfer des Aufstandes in Ungarn im Unterricht eine Schweigeminute ein, was nicht ohne Folgen blieb. Selbst der Minister für Volksbildung Fritz Lange (ein ehemaliger Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, im Film dargestellt von Burghart Klaußner) suchte die Schüler auf und drohte ihnen mit weit reichenden Konsequenzen. Mehr zum Film und den Trailer gibt es in diesem Blogpost.


1956 war tatsächlich ein besonderes Jahr in den osteuropäischen Ländern. Im Februar 1956 hatte der Erste Sekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), Nikita S. Chruschtschow, auf dem XX. Parteitag der KPdSU mit seinem Vorgänger Josef Stalin abgerechnet und damit offiziell die Entstalinisierung eingeleitet.

Chruschtschows Kritik betraf auch andere osteuropäische Führer, die unter Stalin an die Macht gekommen waren. Dazu gehörte beispielsweise der Erste Sekretär der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PVAP), Boleslaw Bierut. In Polen kam es daraufhin zu Unruhen, später auch in Ungarn. Während die Umsturzversuche in Polen jedoch friedlich abgewendet werden konnten, bedurfte es in Ungarn des Einsatzes sowjetischer Truppen, um den Volksaufstand, der mit Forderungen von Studenten nach demokratischen Freiheiten begonnen hatte, niederzuschlagen.

In Ungarn hatten sich im Herbst 1956 die Armee und die Polizei auf die Seite der Aufständischen geschlagen und der Reformkommunist Imre Nagy eine neue Regierung gebildet, das Mehrparteiensystem eingeführt und freie Wahlen angekündigt. Zudem trat Ungarn am 1. November 1956 aus dem Warschauer Pakt aus und erklärte sich für neutral. Sowjetische Truppen beendeten die ungarische Revolution, viele Ungarn kamen bei den Kämpfen ums Leben und etwa 200.000 verließen ihr Land.

Diese blutige Niederschlagung des Aufstandes in Ungarn bewog die Abiturienten von Storkow zu ihrer folgenschweren Schweigeminute. Lars Kraume erzählt in DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER spannend und authentisch ihre Geschichte und gibt uns auch einen Einblick in die Lebenswelt und Sehnsüchte einer jungen Generation, die in einem Staat lebte, der sich im Jahr 1956 um seine bestehende gesellschaftliche Ordnung sorgte und daher bemüht war, jegliches Aufkeimen von Widerstand im Keim zu ersticken. 
Bei der Bundeszentrale für politische Bildung kann man sich umfassend über das Krisenjahr 1956 informieren. 

Fotos: © StudioCanal

Samstag, 21. April 2018

SPIELMACHER am 13.6.2018 bei DaF im METROPOLIS Kino Hamburg


Am 14.6. startet die Fußball-WM in Russland. Zum Einstimmen haben wir für euch einen spannenden Thriller ausgesucht, der das Fußballgeschäft von einer unrühmlichen Seite zeigt, aber auch die Liebe zum Fußball immer wieder einfängt: SPIELMACHER von Timon Modersohn mit Frederick Lau, Oliver Massucci und Antje Traue.

In SPIELMACHER geht es um Fußballwetten (allein in Deutschland ein Riesengeschäft mit Milliardenumsätzen) und Spielmanipulation. Zur WM rechnen Experten weltweit pro Spiel schon mit 1 bis 3 Milliarden Euro Wettumsatz, die jedoch keineswegs alle legal erzielt werden dürften. SPIELMACHER wirft einen Blick auf die global operierende Wettmafia, die sich zunehmend auf untere Ligen und den Jugendsport konzentriert, da man dort problemlos an die Spieler herankommt, die sich für Geld auch gern eine Rote Karte zeigen lassen. Wer auf eine Rote Karte im Spiel gewettet hat, hat dann schon gewonnen ….

Der ehemals sehr talentierte Fußballer Ivo (Frederick Lau), dem durch eine mehrjährige Gefängnisstrafe die Karriere versagt blieb, gerät nach seiner Haftentlassung in den Sog dieser kriminellen Machenschaften, aus dem er sich nicht mehr befreien kann. Erst als der Nachwuchsspieler Lukas, um den Ivo sich kümmert und in dessen Mutter er sich verliebt hat, ins schmutzige Geschäft hineingezogen wird, riskiert er einen Ausbruch …. 


Wir weisen darauf hin, dass es im Film vereinzelte Gewaltszenen gibt.

Laut Regisseur Timon Modersohn ist sein Film sehr nah an der Realität. Wer Interesse an weiteren Informationen zum real existierenden Matchfixing hat, sollte diesen Beitrag der Deutschen Welle lesen.


„Hochkarätiges Genrekino aus Deutschland: Der feinfühlig inszenierte Thriller überzeugt mit kompromissloser Härte und grandiosen Darstellern.“ Cinema 

„Fazit: Mit diesem wuchtigen Spielfilmdebüt, in dem es um Wettgeschäfte mit manipulierten Fußballspielen geht, beweist der Regisseur Timon Modersohn auf eindrucksvolle Weise sein Talent. Sein Gangsterdrama erzählt sehr spannend, wie der von Frederick Lau gespielte Hauptcharakter aus seiner Rolle als Underdog ausbrechen will und auf die schiefe Bahn gerät. Der Konflikt zwischen der idealistischen Fußballbegeisterung des Ex-Sportlers und den Versuchungen des großen Geldes wird mit radikaler Kraft durchdekliniert.“ SPIELFILM.de

„Ein spannender, recht atmosphärischer Thriller, der einen nicht uninteressanten Blick auf einen finsteren Bestandteil der Glamour-Welt Fußball wirft.“ Leinwandreporter


Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)

Am 13.6. (19.00) bei DaF im METROPOLIS Kino Hamburg:

SPIELMACHER
Deutschland 2018
Regie: Timon Modersohn
Lauflänge: 99 Min.

Trailer und Fotos: © Warner Bros. Pictures Germany