Seiten

Dieses Blog durchsuchen

Montag, 25. April 2016

Tolles Programm im Mai 2016: Das METROPOLIS Kino Hamburg



„Ich frage mich, welche Art von Filmen ich heute machen würde, wenn ich könnte. So wie die Welt ist, denke ich, dass sie sehr kritisch wären - sehr aggressiv.“ Fritz Lang
 Foto: Bundesarchiv, Bild 102-08538 / CC-BY-SA 3.0
Lizenz: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland, (CC BY-SA 3.0 DE) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.de


Und dieser Fritz Lang ist einer der Programmhöhepunkte im METROPOLIS im Mai. Gezeigt wird auch das aktuelle Dokudrama FRITZ LANG, mit dem der Regisseur Gordian Maugg Fritz Lang ein cineastisches Denkmal setzt. Maugg zeichnet darin, übrigens äußerst spannend, die Entstehung des Thrillers M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER nach. DER SPIEGEL ist jedenfalls recht angetan von diesem Mashup, das zwischen dem 13.5. und dem 21.5. fünf Spieltermine hat. Schauen Sie dazu gern auf die Themenseite  des Kinos unter dem Stichwort FRITZ LANG.


Selbstverständlich fehlt auch Langs M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (D 1931) nicht im Mai-Programm des METROPOLIS. Der Film wird am 21.5. (17.00) sowie am 24.5. (22.00) gezeigt. Ebenfalls zu Ehren kommt Langs US-amerikanischer Film-Noir-Klassiker SCARLET STREET (USA 1945) am 15.5. und 18.5., jeweils um 21.15 Uhr.

Fritz Lang war auch ein Meister des Stummfilms. Diese inszenierte er atmosphärisch düster und expressionistisch, meisterhaft vollendet in seinem wohl bekanntesten Werk METROPOLIS (D 1927). Mit DR. MABUSE, DER SPIELER (D 1922) und SPIONE (D 1927) ist Lang dann auch bei den 2. HAMBURGER STUMMFILMTAGEN, die vom 6. bis zum 14.5. im METROPOLIS laufen (wir freuen uns) und sich dem Thema DETEKTIVFILME widmen, vertreten. Die STUMMFILMTAGE werden am 6.5. um 20.00 Uhr mit Gerhard Lamprechts DER MANN MIT DEM LAUBFROSCH (D 1928) eröffnet. Gezeigt werden achtzehn Filme aus den Jahren 1913 bis 1929. Sämtliche Filmvorführungen werden musikalisch live begleitet. Man sollte unbedingt den einen oder anderen Termin wahrnehmen. Alles Weitere dazu finden Sie auf der Themenseite des Kinos unter dem Titel 2. HAMBURGER STUMMFILMTAGE.
Auch wir steuern im Mai in unserer Filmreihe DaF einen deutschen Film zum Programm des METROPOLIS bei, sind dabei aber wie gewöhnlich aktuell (und mit Ton sowie einem sehr schönen Soundtrack von Sebastian Pille): Vivian Naefes schöne Verfilmung des Bestsellers DER GESCHMACK VON APFELKERNEN von Katharina Hagena.


„Ein bittersüßer Film über Liebe, Freundschaft, Verlust und magische Momente. Bewegend, herrlich komisch und klug.“ Kino.de
Weitere Infos gibt es in diesem Blogpost

Ein besonderes Highlight präsentieren Ihnen das METROPOLIS, der Creative Europe Desk Hamburg und die Senatskanzlei Hamburg am 23.5. um 18.00 Uhr (bei freiem Eintritt) unter dem Titel MOVING EUROPE: FUOCOAMMARE (I/F 2016) von Gianfranco Rosi, Gewinner des Goldenen Bären bei der diesjährigen Berlinale. Dieser Film ist wirklich äußerst sehenswert und erhielt bei seiner zweiten Vorführung im Rahmen der Berlinale im vollbesetzten Friedrichsstadtpalast sehr langen Beifall des Publikums.


Wir bleiben in/bei Europa. Im Rahmen der EUROPAWOCHE zeigt das METROPOLIS in Kooperation mit FILMLAND POLEN am 1.5. die Drei-Farben-Trilogie des großen polnischen Regisseurs Krzysztof Kieslowski: DREI FARBEN: BLAU (F/PL 1993) um 17.00 Uhr, DREI FARBEN: WEISS (F/CH/PL 1994) um 19.00 Uhr sowie DREI FARBEN: ROT (F/CH/PL 1994) um 21.00 Uhr.   

FILMLAND POLEN ist zudem am 15.5. um 16.00 Uhr mit einem aktuellen polnischen Film am Start: SINGENDES TISCHDECKLEIN (PL 2015, Regie: Mariusz Grzegorzek). 

Vormerken sollte man sich auch Andrzej Wajdas KORCZAK (D/POL/GB 1990) am 22.5. (17.00) in der Reihe TÄTER – OPFER – WIDERSTAND, in dem Wajda dem jüdisch-polnischen Arzt und Pädagogen Janusz Korczak ein Denkmal setzt. Der Film schildert die letzten Lebensjahre Korszaks, der im Warschauer Ghetto ein Waisenhaus leitete. Andrzej Wajda sah sich nach der Premiere des Films bei den Filmfestspielen in Cannes in Frankreich dem Vorwurf ausgesetzt, sein Film sei antisemitisch, interessanterweise wurde diese Auffassung in Israel, wo der Film auch gezeigt wurde, nicht geteilt. Lesen Sie dazu gern einen Artikel von ZEIT ONLINE aus dem Jahr 1991 und machen Sie sich dann selbst am 22.5. im METROPOLIS ein Bild. 


Vom 23.5. bis zum 5.6. finden in Hamburg die TAGE DES EXILS 20016 statt, in deren Rahmen mehr als 30 Veranstaltungen zu den Themen Flucht, Vertreibung und Exil geboten werden, darunter Lesungen, Podiumsgespräche, Ausstellungen, Konzerte, Workshops, Stadtführungen und auch die Filme HÁWAR – MEINE REISE IN DEN GENOZID (D 2015, Düzen Tekkal), DAS HÄSSLICHE MÄDCHEN (D 1933, Hermann Kosterlitz) und PERSONA NON DATA (D 2014, Doro Carl). Zu allen drei Filmveranstaltungen werden Gäste erwartet. Schauen Sie sich das gesamte Programm der TAGE DES EXILS gern auf der Webseite der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung an.
Die ungarische Schauspielerin Käthe von Nagy wurde am 4. April 1904 geboren. 1927 wurde sie erstmals in einer Nebenrolle besetzt (MÄNNER VOR DER EHE). Sie stellte in ihren Filmen häufig frivole Frauen dar und wirkte ab 1935 vornehmlich in französischen Produktionen mit. Das METROPOLIS zeigt im Mai drei deutsche Produktionen, in denen Käthe von Nagy die Hauptrolle spielte: ICH BEI TAG UND DU BEI NACHT (D 1932, Regie: Ludwig Berger – am 3.5. und 11.5. jeweils um 17.00 Uhr), EINMAL EINE GROSSE DAME SEIN (D 1933, Regie: Gerhard Lamprecht – am 17.5. und 19.5. jeweils um 17.00 Uhr) sowie DIE FREUNDIN EINES GROSSEN MANNES (D 1934, Regie: Paul Wegener – am 27.5. und 31.5. jeweils um 17.00 Uhr). 

Dass Shakespeare nicht nur für Theaterfreunde eine Bedeutung hat, davon konnte man sich bereits im April in diversen Shakespeare-Verfilmungen (insgesamt gibt es 400 Verfilmungen) im METROPOLIS in der Reihe THE MOVING SHAKESPEARE überzeugen. Diese Reihe wird im Mai mit den Filmen A MIDSUMMERNIGHT’S DREAM (USA 1936, Regie: William Dieterle, Max Reinhardt), THE TAMING OF THE SHREW (USA/Italien 1967, Regie: Franco Zeffirelli), ROMEO & JULIET (USA 1996, Regie: Baz Luhrmann), DER REST IST SCHWEIGEN (D 1959, Regie: Helmut Käutner) und SELTSAM, IM NEBEL ZU WANDERN (UDSSR 1991, Regie: Valeri Ogorodnikow) fortgesetzt. 

Immer wieder ein schöner Termin ist die jährliche Schau aktueller Werke unabhängiger Hamburger Filmemacher der FILMSTUBE HAMBURG, über die man dann auch mit den Filmemachern fachsimpeln kann. Am 20.5. um 21.15 Uhr ist es wieder so weit mit FILMSTUBE GOES CINEMA

Die Reihe dokART feiert im Mai ihr dreijähriges Jubiläum mit einer Auswahl an äußerst interessanten dokumentarischen Kurzfilmen, und zwar an zwei Terminen: 3.5. und 17.5., jeweils um 19.00 Uhr. Mehr Infos dazu finden Sie in diesem PDF-Flyer von dokART.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man im Mai (wie übrigens in jedem Monat) auch den PREMIEREN im METROPOLIS schenken. Als da wären: THE FORBIDDEN ROOM (CDN 2015) des kanadischen Regisseurs Guy Maddin, bekannt für seine bizarren und surrealen Geschichten mit skurrilem Humor, sowie Simon Jaquemets CHRIEG (Schweiz 2014), der im Jahr 2015 den Hauptpreis beim Max-Ophüls-Festival gewann.


Auf ein ganz besonderes Highlight im Monat Mai möchten wir zum Schluss hinweisen, die MONSTER MACHEN MOBIL. Ein Festival, das sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Kinopublikum rare Klassiker des Science-Fiction-, Monster- und Grusel-Kinos zu präsentieren, alle als 35mm-Fassungen. Vom 26. bis zum 29.5. gibt es u.a. Massenmörder, Schwarze Messen, Hard Rock Zombies, Godzilla + Urweltraupen, Dr. Jekyll + Sister Hyde und Friedrich Wilhelm Murnaus NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS(D 1922). Fröhliches Gruseln! Mehr Infos zum Festival gibt es auf der Themenseite des Metropolis und auf der Facebook-Seite der Monster. 

Wir sind am Ende unserer Tipps, haben aber das umfangreiche Monatsprogramm des METROPOLIS nicht annähernd abgedeckt. Daher sollten Sie unbedingt einen Blick auf die Themenseite des Kinos werfen und dort unter den verschiedenen Programmreihen stöbern. Wir wünschen Ihnen viele schöne und anregende Kinostunden und einen Mai, der endlich den Frühling bringt!
 
In einem Garten
unter dunklen Bäumen
erwarten wir die Frühlingsnacht.

Noch glänzt kein Stern.

Aus einem Fenster,
schwellend,
die Töne einer Geige. . . .

Der Goldregen blinkt,
der Flieder duftet,
in unsern Herzen geht der Mond auf!

Arno Holz 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen