Samstag, 28. Dezember 2013

Unsere Filmreihe DaF: Deutsch als Fremdsprache - Deutsch als Filmsprache im Jahr 2013


Unsere Filmreihe DaF: Deutsch als Fremdsprache – Deutsch als Filmsprache in Zusammenarbeit mit dem METROPOLIS Kino Hamburg im Jahr 2013: Zwölf großartige Filme, viele nette Besucher, tolle Gäste – und eine Menge Spaß. Wir haben es sehr genossen! 

DaF animiert! (Hoffentlich.)
Zwölf hervorragende deutschsprachige Filme, die nicht nur uns, sondern auch unserem Publikum sehr gefallen haben und die beweisen, dass es im deutschen Film nicht nur entweder Kunst oder Kommerz gibt. Es gibt so manches dazwischen, das sich unbedingt zu entdecken lohnt und das man auch in unserer Filmreihe entdecken konnte. 

So konnte man sich bei DaF im November mit SCHULD SIND IMMER DIE ANDEREN davon überzeugen, welch hohe Qualität selbst Debütfilme besitzen können: Lars-Gunnar Lotz` Film, der in Hamburg zu seinem Kinostart zunächst gar nicht gewürdigt wurde und erst Wochen später einige Vorführungen im Kino 3001 erhielt. Das war`s dann leider auch. Völlig unverdient übrigens. Derzeit läuft der Film in verschiedenen Ländern (beispielsweise den USA) auf Festivals und erhält höchstes Lob, dem wir uns vorbehaltlos anschließen möchten. 

Im Oktober zeigten wir PAPA GOLD, Tom Lass` Debüt-Langfilm, der unseres Wissens vorher nie in Hamburg gelaufen ist. Independent-Kino in Reinkultur, aber bedeutet das, dass ein Film nichts taugt? In diesem Fall trifft wohl eher das Gegenteil zu. Was Tom Lass da in weniger als 20 Drehtagen und mit einem Budget von gerade mal 2500 € gelungen ist, gehört zum neuen deutschen Kino, das Hoffnung für die Zukunft weckt.    
   
Bleiben wir beim Unabhängigen Film. Im September konnten wir (endlich) die Kinopremiere des Hamburger Independent-Thrillers SCHLAFENDE HUNDE ausrichten. Tolle Schwarz-Weiß-Bilder, eine spannende Geschichte, wundervolle Schauspieler - international gefeiert und mehrfach ausgezeichnet - SCHLAFENDE HUNDE kehrte nach seiner Premiere beim Filmfest Hamburg 2010 endlich wieder heim nach Hamburg, und wir freuten uns über eine tolle Kinopremiere des Films mit den Filmemachern Ninon Schubert (Drehbuch) und Michael O`Connor (Regie) sowie den Darstellern als Gästen. Ein unvergesslicher Abend, jedenfalls für uns, und ganz sicher eines der Highlights unserer Filmreihe, die immerhin schon seit Februar 2006 läuft. 

Ebenfalls außerordentlich erfolgreich verlief DaF im Juni mit Britt Beyers Dokumentarfilm WERDEN SIE DEUTSCHER, zu dem wir Gäste zu einem anschließenden Publikumsgespräch zum Thema INTEGRATION geladen hatten. Eine überaus interessante Gesprächsrunde, die später in der Kino Bar noch fortgesetzt wurde. Hier könnt ihr euch Ausschnitte aus dem Gespräch ansehen.




Im Februar nahmen wir mit dem bis dato wohl nahezu unbekannten Film PIXELSCHATTEN an der Social Media Week Hamburg teil. Dem innovativen Film von Anil Jacob Kunnel über den Blogger Pixel, der nahezu sämtliche Tagesereignisse auf seinem Blog festhält und dabei den Bezug zum realen Leben verliert, folgte ein interessantes Podiumsgespräch mit den Social Media Expertinnen Dr. Claudia Heydolph und Andrea Frahm. 

Ebenfalls im Jahr 2013 bei DaF zu sehen: BARBARA (Christian Petzolds grandiose DDR-Liebesgeschichte, von der Kritik gelobt, aber auch von unserem Publikum sehr positiv aufgenommen), feine Unterhaltung mit Dietrich Brüggemanns Film 3 ZIMMER/KÜCHE/BAD, OH BOY (den wir im April zeigten, noch bevor der große Rummel um den deutschen Film des Jahres so richtig einsetzte), LORE (ganz tolles deutsches Kino von der australischen Regisseurin Cate Shortland), feinstes Gruseln mit Alexandra Schmidts DU HAST ES VERSPROCHEN und grandiose Aufnahmen der Nordsee im Dokumentarfilm DIE NORDSEE – UNSER MEER (ein herrlicher Sommerfilm).

Wundervoll abschließen konnten wir unser DaF-Jahr 2013 mit überraschend schöner Volksmusik im Film SOUND OF HEIMAT - DEUTSCHLAND SINGT und einem lebhaften Gespräch des Regisseurs Arne Birkenstock mit unseren Besuchern. Unser weihnachtliches Singen mit unseren Deutschlernern machte diesen Abend perfekt.  

Interviewt wurde unser Team im Jahr 2013 auch, und zwar von Ninon Schubert und Michael O`Connor von Shakedown Films (auch bekannt als Filmemacher des wundervollen Films SCHLAFENDE HUNDE). Das Interview, in dem ihr etwas über DaF und auch über unsere persönlichen Filmvorlieben erfahren könnt, findet ihr unter diesem Link

Und wir möchten die Gelegenheit nutzen und uns bei allen unseren Besuchern, bei unseren Gästen, bei den Filmemachern für ihre tollen Filme, beim METROPOLIS Kino für die stets angenehme Zusammenarbeit und bei allen unseren Lesern hier auf unserem Blog, auf Facebook, auf Google+ und auf Twitter ganz, ganz herzlich bedanken! Wir freuen uns auf DaF im Jahr 2014 (und auf euch)!


Am 22. Januar starten wir mit Caroline Links EXIT MARRAKECH ins DaF-Jahr 2014. Alles Weitere findet ihr im folgenden Blogpost

Freitag, 20. Dezember 2013

Colón-Kinoabend DaF am 22.01.2014 im METROPOLIS Kino: EXIT MARRAKECH


EXIT MARRAKECH von der Oscar-Preisträgerin Caroline Link bei DaF im Januar 2014: „So wuchtig, so emotional mitreißend, dass man sich dem Sog der Bilder kaum entziehen kann.“
ARD Tagesthemen

Wohl kein Filmemacher in Deutschland versteht sich so auf klassisches Gefühlskino, das auch in den USA geliebt wird, wie Caroline Link. Mit ihrem ersten Spielfilm JENSEITS DER STILLE war sie im Jahr 1998 für den Oscar nominiert, im Jahr 2003 erhielt sie dann für NIRGENDWO IN AFRIKA den Oscar in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film. Und unsere Filmreihe DaF startet mit ihrem neuesten und abermals bildgewaltigem Werk EXIT MARRAKECH (für den es auch schon einen Verleih in den USA gibt) ins Jahr 2014: Große Gefühle vor der malerischen Kulisse Marokkos.  

Der 18jährige Ben (Samuel Schneider) ist wenig begeistert, als er die Sommerferien bei seinem von der Mutter geschiedenen Vater Heinrich (Ulrich Tukur) in Marokko verbringen soll. Dieser ist dann auch mit der Regie seiner Theaterinszenierung in Marrakech so beschäftigt, dass er kaum Zeit für seinen Sohn findet. Die wenigen Stunden, die die beiden miteinander verbringen, sind dazu noch geprägt durch Streitigkeiten, die die Entfremdung von Vater und Sohn offenlegen. Ben streift daher lieber allein durch Marrakech, um mehr als die „Luxuswelt“ seines Vaters zu entdecken (die Aufnahmen im Rotlichtviertel der Stadt wurden mit versteckter Kamera gedreht) und macht die Bekanntschaft mit der Prostituierten Karima. Ohne seinen Vater darüber zu informieren, fährt er mit Karima zu deren Familie ins Atlasgebirge und zwingt den besorgten Heinrich dazu, sich auf die Suche nach ihm zu begeben …. 
Regisseurin Caroline Link und Hauptdarsteller Samuel Schneider bei der Hamburger Premiere von EXIT MARRAKECH im Abaton

„Exit Marrakech“ ist eine wunderbar unbekümmerte Liebesgeschichte und ein wunderbar unbekümmerter Film insgesamt. Er erzählt fiktive Geschichten - von Ben und Karima, vor allem aber von Ben und seinem Vater, der sich irgendwann auf die Suche nach seinem Sohn und seiner Vergangenheit machen muss -, eingebettet in realistische Bilder. Er ist eine Liebeserklärung an die arabische Welt, ihre Gerüche, Musik und Farben.“ FAZ

„Nach wie vor bevorzugt Caroline Link, die diesmal auch das Drehbuch komplett selbst verfasst hat, eine europäische Erzählweise, dramaturgisch freier und weniger konstruiert. Ihr Echtzeitabenteuer besticht mit einer klaren Erzählstruktur ohne aufgepfropfte Dramatik in all den familiären Wirrnissen. Mit Nahaufnahmen, Handkamera und harten Schnitten gestaltet sie Sequenzen von einer verblüffenden schauspielerischen Intensität und Direktheit auf der Suche nach der Poesie des Augenblicks.“ Programmkino.de

„Wie auch der Vater-Sohn-Konflikt, überstrapaziert in Hollywood, im selbstverständlichen Zusammenspiel von Schneider und Tukur überaus glaubhaft wirkt. Das wird es dann auch wohl sein, was diesem Film weit eher das Zeug zum Welterfolg verleiht als seine attraktiven Schauplätze: Wer Bekanntes so frisch und verspielt erzählen kann und dennoch klassisch bleibt, den liebt man auch in Hollywood.“ Frankfurter Rundschau

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)

Am 22.01.2014 um 19.00 Uhr bei DaF im METROPOLIS Kino:

EXIT MARRAKECH
Deutschland 2013
Regie: Caroline Link
Lauflänge: 122 Minuten

Mehr Informationen zu unserer Filmreihe DaF finden Sie auch beim Filmteam Colón auf Facebook


Filmtrailer: