Freitag, 15. September 2017

Filmfest Oldenburg: Stern für Moritz Bleibtreu



InternationalesFilmfest Oldenburg: Moritz Bleibtreu enthüllte seinen Stern auf dem OLB Walk of Fame.


Wegen eines unvorhergesehenen Termins des Schauspielers war die Enthüllung des Sterns vom Freitag auf den Donnerstag (15.9.) vorgezogen worden. 

Mittwoch, 13. September 2017

EINMAL BITTE ALLES im Oktober 2017 bei DaF im METROPOLIS Kino



Isi ist 27 und träumt nach ihrem Studienabschluss davon, als Grafikerin durchstarten zu können, doch die Verlage winken ab, wenn sie ihnen ihre Entwürfe für eine Graphic Novel des Romans „Die Schönen und die Verdammten“ von F. Scott Fitzgerald vorlegt, und ermöglichen ihr maximal ein Praktikum. Als ihre Mitbewohnerin und Freundin Lotte überraschend einen Job bei einem hippen Vegan-Magazin erhält und sich dazu noch verliebt und schwanger wird, muss Isi aus der WG ausziehen. Doch es warten noch weitere Rückschläge auf sie. 

Die Regisseurin Helena Hufnagel entwirft in ihrem Kinodebüt auf heitere Art ein sensibles Porträt der Generation Y, die überqualifiziert und mit zu wenig Berufserfahrung ihren Platz in einer Gesellschaft sucht, die sie zum Erwachsenenwerden zwingt. Vermeintlich stehen alle Türen offen in dieser vom von Individualismus geprägten Welt, vermeintlich kann man tun, was man möchte, bis man dann auf den Boden der Realität angelangt ist und sich so mancher Traum in Luft aufgelöst hat. Vielleicht aber lohnt es sich ja dennoch, seinen eigenen Weg zu gehen und sein Leben zu leben. 


Beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis wurde der Film vom Publikum bejubelt und sogar die BILD war sehr angetan und schrieb von der ungeschminkten Schwester von TEUFEL TRÄGT PRADA. Wir haben beim Anschauen des Films mehr an die Schwester von OH BOY gedacht, auch wenn die Jagd nach dem Kaffee fehlte. Ein wirklich sehr gelungener Film, für den neben der Regiearbeit von Helene Hufnagel weitere Frauen (u.a. Drehbuch, Kamera, Schnitt) verantwortlich zeichnen.   

"EINMAL BITTE ALLES ist ein Gefühlsporträt der viel beschriebenen Generation Y. Die sogenannten Millenials, also jene jungen Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind, die jetzt erwachsen werden, aber beruflich über das Praktikantendasein nicht hinauskommen. Und sich auch privat nicht so recht fest­legen können. Tatsächlich ist das Debüt sehr gelungen, das Dilemma der Jugendlichen wurde stimmig eingefangen. Hufnagel findet eine souveräne Filmsprache für ihre Protagonisten. Und Luise Heyer, die schon als Chaoten-Mutter im Berlin-Drama "Jack" einen starken Eindruck machte, überzeugt hier als Isi.“ Hamburger Abendblatt 

„Helene Hufnagel gelingt es mit viel Einfühlungsvermögen, die Sorgen und Hoffnungen junger Menschen unterhaltsam und in sich stimmig darzustellen. Im Verlauf der Handlung lernt Isi, das ständige Vergleichen mit Anderen einzustellen, und feiert einen persönlichen Triumph. (…) Die Ottonormalverbraucher, an denen sich Isi und wohl auch Hufnagel lang gemessen haben, die pünktlich „erwachsen“ gewordenen Nestbauer, können dann in der Midlifecrisis darüber lamentieren, was sie alles eigentlich gern gemacht hätten, oder die Schulzeit zur Hochzeit des Lebens verklären. Die Luise Heyers und Helena Hufnagels da draußen dürften über so was wohl nur müde lächeln – meistens jedenfalls, und vor allem hinterher.“ Programmkino 


„Im Zentrum steht die Frage, ob man sich von einem bestimmten Alter an entscheiden muss, lieber den kleinen oder doch noch den großen Traum zu träumen. Sachbearbeiter bleiben oder doch als Trucker durch die Welt fahren. "Irgendwann ist es ja zu spät, um zum Beispiel Ballerina zu werden", sagt Hufnagel.“ Süddeutsche Zeitung 

„KEINER LIEBT MICH wäre auch ein passender Titel gewesen. Helena Hufnagel bewegt sich mit EINMAL BITTE ALLES auf den Spuren von Doris Dörries Tragikomödie von vor 23 Jahren. Eine Frau, die auf die 30 zugeht, fühlt sich als Verliererin ihrer Generation. An jeder Ecke wartet auf die Protagonistin eine neue kleine Katastrophe. Helena Hufnagel und ihre beiden Drehbuchautorinnen lassen die von Luise Heyer gespielte Isi in vergnügliche Situationen stolpern, ohne sie dabei der Lächerlichkeit preiszugeben. Ein gelungenes Debüt.“ Deutschlandfunk 


„Die Münchner Dauerpraktikantin Isi sucht ihren Platz im Leben und will in einem unterhaltsamen und sensiblen Porträt der Generation Y "Einmal bitte alles". (…) Nichts hängt an der großen Glocke, und gerade deshalb kann man teilhaben an Isis Leben, in dem zwischen all ihren Gefühlsausbrüchen, zwischen tiefer Verzweiflung und unbändigem Jubel, immer Platz ist für den Witz, den man braucht, um irgendwie durch den chaotischen Alltag zu kommen.“ Prisma 

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center) 

DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 4.10.2017 (19.00 Uhr):

EINMAL BITTE ALLES
Deutschland 2017
Regie: Helena Hufnagel
Lauflänge: 85 Min.
Darsteller: Luise Heyer, Jytte Merle Böhrnsen, Maxi Schafroth, Jessica Schwarz (voice over)

Fotos und Trailer: © Der Filmverleih


Montag, 11. September 2017

24. Internationales Filmfest Oldenburg vom 13. – 17.9.2017



Am 13. September 2017 startet das 24. Internationale Filmfest Oldenburg. 


Eröffnet wird dieses feine Independent Filmfestival, das auch als Sundance Deutschlands bezeichnet wird, mit der Weltpremiere der deutschen Produktion FAMILIYE von Kubilay Sarikaya und Sedat Kirtan, ein Film von der Härte der Straße und der Wärme von Familie.


Nach fünfjähriger Haftstrafe ist Danyal endlich wieder auf freiem Fuß. Seit dem Tod seiner Eltern hat er die Verantwortung für seine zwei jüngeren Brüder übernommen. Doch mit dem spielsüchtigen Miko und dem verspielten Bruder Mohammed mit Down Syndrom ist dies alles andere als einfach. Vor allem in einer Nachbarschaft wie Berlin-Neustadt. Als plötzlich Mikos Schulden fällig werden und Mohammed von der Fürsorge in ein Heim gesteckt werden soll, droht das fragile Gleichgewicht ihrer Existenz vollends aus der Balance zu geraten. Mit ihrem Spielfilmdebüt um drei ungleiche Brüder zwischen Gewalt, Kriminalität, Liebe und Hoffnung haben die Regisseure Kubilay Sarikaya und Sedat Kirtan ihrem Kiez und den Menschen darin ein ebenso liebevolles wie vibrierendes Denkmal gesetzt. Regie, Drehbuch, Produktion und die Hauptrollen haben sie übernommen.

Wie schon im Vorjahr findet im Rahmen des Internationalen Filmfest Oldenburg die Matchbox Coproduction Lounge statt. Am 16. September wird das Internationale Filmfest Oldenburg Gastgeber eines eintägigen Events, bei dem sich Filmemacher aus aller Welt in einer entspannten und persönlichen Atmosphäre austauschen und den Grundstein für zukünftige Kooperationen legen. Aus Norwegen wird die Filminvest Filmförderung mit einer Delegation aus Produzenten und Förderer vor Ort sein und der Film Fund Luxemburg wird in einem Focus als internationaler Koproduktionspartner vorgestellt.

Luxemburgs Paul Thiltges stellt SON OF A VERY IMPORTANT MAN des palästinensischen Filmemachers Najwa Najjar vor, Emir Kustericas Tochter Dunja präsentiert ihr Erstlingsprojekt FAKE OXYGEN, eine zeitgenössische Variation von Flauberts Madame Bovary, Regisseur und Drehbuchautor Matthew Berkowitz wird seinen neuen Thriller INSIDE ME auf der Suche nach Koproduzenten mitbringen und der britische Produzent Michael Riley bringt mit THE SEVENTH MAGPIE das neue Projekt des legendären Kinovisionärs Nicolas Roeg nach Oldenburg. Der preisgekrönte Europäische Filmemacher Cristi Puiu wird mit seiner Produktionspartnerin Anca Puiu sein neuestes Projekt HORA STACCATO nach Oldenburg bringen. Abschlussfilm im Rahmen der diesjährigen Closing-Night-Gala wird ALTE JUNGS vom luxemburgischen Regisseur Andy Bausch sein. 


Mit einem Tribute und einer Retrospektive werden beim diesjährigen Internationalen Filmfest Oldenburg der Hollywoodstar Lou Diamond Phillips sowie der Filmproduzent Edward R. Pressman geehrt.

Lou Diamond Phillips hat seit seinem Welterfolg mit der Rolle des Ritchie Valens in LA BAMBA in mehr als 100 Produktionen seine Vielfältigkeit unter Beweis gestellt. In Oldenburg wird er gemeinsam mit Regisseur Santiago Rizzo seinen neuesten Film  QUEST als Weltpremiere im Rahmen der Filmfest-Gala am 15.9. um 21 Uhr präsentieren. 30 Jahre nachdem er in STAND AND DELIVER als hoffnungsloser, junger Hispanic vor der Kamera stand, dem durch einen idealistischen Lehrer eine Chance gegeben wird, ist er nun wieder in einem Film zu sehen, der sich eben diesem Thema widmet. Im Rahmen des Tributes für Lou Diamond Phillips werden weiterhin LA BAMBA, STAND AND DELIVER und SHADOW OF THE WOLF gezeigt und von ihm vorgestellt. 


Edward R. Pressman hat mit Filmen wie BADLANDS (1973), PHANTOM OF THE PARADISE (1974), WALL STREET (1987), BAD LIEUTENANT (1992), THE CROW (1994), AMERICAN PSYCHO (2000) und THANK YOU FOR SMOKING (2006) das amerikanische Kino entscheidend geprägt. Der gebürtige New Yorker blickt auf eine inzwischen 50jährige Karriere zurück, in der er seit 1967 über 80 Kinofilme produzierte und zahlreiche Ehrungen erhielt.

 
Am 15. September um 11 Uhr wird der deutsche Schauspieler Moritz Bleibtreu mit einem Stern auf dem OLB Walk of Fame geehrt. Im Jahr 2016 wurde diese Ehre dem Hollywoodstar Nicolas Cage zuteil.  


Weitere Programm-Highlights des 24. Internationalen Filmfest Oldenburg sind u.a. die Weltpremieren von A VIOLENT MAN (USA 2017, Matthew Berkowitz), von BERNARD & HUEY (USA 2017, Dan Mirvish), von CROWHURST (UK 2017, Simon Rumley), von TOUCHED (Kanada 2017, Karl R. Hearne), von DER FALL HOLDT (D 2017, Anne Zohra Berrached), die Europapremiere von JUNK HEAD (Japan 2017, von Takahide Hori) sowie die Deutschlandpremiere von Simon Rumleys FASHIONISTA (USA 2017).

Das gesamte Programm kann hier eingesehen werden, der Vorverkauf hat auch online bereits begonnen.

Allen Filminteressierten, die nicht in Oldenburg, Bremen oder Umgebung leben und das Filmfest Oldenburg noch nie besucht haben, sei dieses feine und entspannte Filmfestival wärmstens empfohlen. Von Hamburg aus ist man beispielsweise in nicht einmal zwei Stunden im schönen Oldenburg, sodass sich auch ein Tages- oder Wochenendebesuch anbietet, um die angenehme Atmosphäre des Internationalen Filmfest Oldenburg zu erleben und Independent-Raritäten zu entdecken.
Auf nach Oldenburg!