Ein Blog vom Ex-Filmteam. Schwerpunkt: Kino in Hamburg, deutschsprachiger Film, Filmreihe DaF: Deutsch als Fremdsprache - Deutsch als Filmsprache (einmal monatlich im Metropolis-Kino Hamburg)
Vielfach prämierter Dokumentarfilm über das Tanzprojekt
mit 250 Berliner Kiezkindern aus 25 Nationen, das der Dirigent Sir Simon Rattle
und der Choreograph Royston Maldoom im Jahr 2002 als Education Programm der
Berliner Philharmoniker ins Leben riefen. Die Kinder und Jugendlichen probten
wochenlang für einen Auftritt in der Treptower
Arena eine rund dreißigminütige Choreographie zu Strawinskys Le Sacre du
Printemp und entdeckten dabei ihre eigene Kreativität und verborgene
Facetten ihrer Persönlichkeit.
Der Film zeigt eindrucksvoll die große Bedeutung von
Kultur im Bereich der Erziehung auf, und wie die physische, ekstatische Energie
der Musik Strawinskys zu faszinieren vermag. Mitreißend und bewegend sind auch
die Bilder von der Premiere sowie von Proben Simon Rattles mit den Philharmonikern.
Rhythm is it!
Vor
der Filmvorführung gibt es in der Kino Bar sowie im Kinosaal ein Konzert der
Band Mamunia.
„Der Film "Rhythm is it!" begeistert total -
und man kann erst mal gar nicht beschreiben, woher die Begeisterung rührt, weil
sie so viele Farben und Schichten hat, weil sie sich als Thema, Geste und
Grundenergie des Film zeigt.“ Süddeutsche Zeitung
„Selten hat eine Dokumentation über klassische Musik so
viel Resonanz und so viele Auszeichnungen erhalten wie der weltweit gezeigte
Kinofilm Rhythm Is It!“
Digital Concerthall
„Was ist uns die Bildung unserer Kinder wert? Soll
Deutschland seine Stadttheater, Orchester und Ballette weiterhin fördern, und unter
welchen Bedingungen? ›Rhythm is it!‹ sollte angesichts solcher Fragen eine
Pflichtveranstaltung werden für alle Bildungsminister und für all die
Lamentierer, Belehrer, Bedenkenträger und Besitzstandswahrer in Politik und
Kultur. Denn wie lebensnotwendig die Kultur ist, wenn sie eben mitten ins Leben
der Menschen einbricht, das zeigt ›Rhythm is it!‹ höchst eindrucksvoll.“ Andreas Grabner, Münchner Merkur
Im Rahmen der India Week im METROPOLIS Kino Hamburg: TAMIL CINEMA
und Retrospektive
des bengalischen Autorenfilmers Ritwik Ghatak
Eröffnet wurde das filmische Programm am 7.11. mit INDIRA (Indien 1995), einzige
Regiearbeit der Schauspielerin Suhasini Maniratnam, die den Film persönlich
vorstellte. Bis zum 16.11. zeigt das METROPOLIS vier weitere tamilischeFilme, heute (8.11.,
19.00) wird Suhasini Maniratnam bei der Vorführung von SINDHU BHAIRAVI (Indien 1985), in dem sie die weibliche Hauptrolle
spielt, erneut zu Gast sein. Alle Filme und Infos gibt es hier beim METROPOLIS.
Das Tamil Cinema, in Anlehnung an seinen Entstehungsort Kodambakkam
und an die Hindi-Filmindustrie Bollywood auch Kollywood genannt, dürfte für
Bollywood-Fans durchaus interessant sein, ähnelt es dem Hindi-Kino doch in
Vielem, wenngleich es deutlich mehr Kampfkunst und durchaus auch mehr Gewalt aufweist.
Wer es wie ich weniger bunt und etwas ruhiger mag und
gern das Werk eines bedeutenden Filmemachers entdecken möchte, dem sei die Retrospektive
des bengalischen Autorenfilmers Ritwik Ghatak ans Herz gelegt. Das METROPOLIS zeigt
zwischen dem 13.11. und dem 29.11. sechs Werke des Regisseurs, darunter auch TITAS
EKTI NADIR NAAM (1973), Ghataks filmische Reflexion über Bewohner
verschiedener Fischerdörfer am bengalischen Fluss Titash, der als bestes
Beispiel für Ghataks filmische Kunst gilt. Doch auch seine Komödie AJANTRIK
(Indien 1958) über einen Taxifahrer und dessen Liebe zu seinem Gefährt sowie
die drei Filme seiner Flüchtlingstrilogie aus den Jahren 1960 bis 1962, MEGHE
DHAKA TARA, KOMAL GANDHAR und SUBARNAREKHA, werden im
METROPOLIS zu sehen sein. Alle Infos und Termine gibt es hier.
Bei Senses of Cinema kann man
sich ausführlich über das Werk Ritwik Ghataks, dessen filmische Arbeiten stark durch
seine Erfahrungen nach der Unabhängigkeit Indiens und der
daraus resultierenden Teilung Bengalens geprägt
sind, informieren.
Erstes Foto: Suhasini Maniratnam am 7.11.2017 im
METROPOLIS Kino
Mario Batkovics Akkordeon-Stil ist sehr eigen, folgt keinen Regeln und lässt Ambient und
Avantgardemusik erkennen. Auch Filmmusik hat der in Bosnien geborene Musiker
komponiert. Im Alter von vier Jahren schenkte ihm sein Onkel ein Akkordeon und
Batkovic brachte sich das Spielen selbst bei. Als er elf war, ging seine
Familie von Bosnien nach Bern. Später studierte er in Basel und Hannover Musik.
Geoff Barrow von Portishead brachte 2015 seine Karriere in die Wege und nahm
ihn in seinem Record Label Invada auf.
Am 5.11.2017 spielte Mario
Batkovic im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Hamburg.
Unglaublich, was man mit einem Akkordeon so alles anstellen kann. Kostproben,
aufgenommen von VPRO im April 2017 in Utrecht, kann man im Folgenden hören und sehen.
In Berlin wurden gestern Abend, am UNESCO-Welttag des
audiovisuellen Erbes, die Kinopreise 2017 des Kinematheksverbundes in einer
Gesamthöhe von 30.000 Euro für herausragende Kinoarbeit vergeben. Die
Kinemathek Hamburg erhielt den ersten Preis in der Kategorie „Kino, das zurückblickt“.
Das ist die Jurybegründung: „Das Kommunale Kino
Metropolis in Hamburg erhält den ersten Preis der Kategorie für seine
außergewöhnlichen Bemühungen, trotz enormer Konkurrenz nicht nur Filmgeschichte
sondern auch Film und Geschichte vielfältig erlebbar zu machen. Mit
länderspezifischen Filmreihen, die sich auch wenig beachteten Nationen wie
Finnland oder der Ukraine widmen, einem thematisch kuratierten
Stummfilmfestival sowie vielen einfallsreichen und gesellschaftlich relevanten
Schwerpunkten präsentiert sich das Metropolis politisch, innovativ und jung.“
In der Kategorie „Kino, das verbindet“ wurde mit dem B-Movie ein weiteres
Hamburger Kino ausgezeichnet. Ebenfalls sehr verdient!
Das Filmhaus Nürnberg erhielt den ersten Preis in der Kategorie „Kino, das bildet“ und das Zebra Kino in Konstanz wurde
in der Kategorie „Kino, das wagt“ ausgezeichnet.