Donnerstag, 30. Januar 2020

MEIN ENDE. DEIN ANFANG. im Februar 2020 bei DaF im Metropolis Kino



Wir vermuten, dass viele Menschen diesen großartigen und ganz besonderen deutschen Film im Jahr 2019 verpasst haben. Das kann und sollte nicht so bleiben, deshalb freuen wir uns sehr, Mariko Minoguchis magische und bewegende „Relativitätstheorie“ der Liebe, MEIN ENDE. DEIN ANFANG., am 19.2.2020 (19:00) in unserer Filmreihe DaF im Metropolis Kino Hamburg zeigen zu können.


Mariko Minoguchi, die auch das Drehbuch zum Film verfasst hat, erzählt auf drei Zeitebenen davon (eine a-chronologisch), wie vielleicht nichts dem Zufall entspringt, sondern alles vorbestimmt ist. Nora (Saskia Rosendahl) und der junge Physiker Aron (Julius Feldmeier) begegnen sich in einer Berliner U-Bahn. Es ist für beide Liebe auf den ersten Blick und sie werden ein Paar. Doch eines Tages wird ihr Glück jäh beendet, als Aron bei einem Banküberfall von einem der Bankräuber getötet wird und in Noras Armen stirbt. Nora ist wie betäubt vor Trauer, nur Natan (Edin Hasanović), ebenfalls eine Zufallsbekanntschaft, vermag ihr etwas Halt zu geben. Doch auch Natan trägt ein schweres Schicksal mit sich, seine kleine Tochter ist schwer krank.

Am Ende (der Anfang?) fügt sich alles zusammen, denn nichts ist Zufall, sondern alles vorherbestimmt. „Alles ist für immer. Zufälle sind nur ein Mangel an Information.“ (Aron im Film)


„Einer der besten Filme des Jahres 2019 kommt aus Deutschland!“ Programmkino 

„Ein fulminantes Spielfilmdebüt, ein selten intensives Kinoerlebnis.“ DER SPIEGEL 

„Ganz großes Deutsches Kino, irgendwo zwischen der Experimentierfreudigkeit eines Christopher Nolan und der Intimität eines Mikhaël Hers. So geht Stilbruch auf der Leinwand!“ Wessels Filmkritik 


Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)

DaF am 19.2.2020 (19:00) im Metropolis Kino Hamburg:

MEIN ENDE. DEIN ANFANG.
Deutschland 2019
Regie: Mariko Minoguchi
Lauflänge: 111 Min.
Trailer + Fotos: © Telepool

Samstag, 7. Dezember 2019

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK bei DaF im Januar 2020


Der Musical-Film ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK war der Gute-Laune-Film des Jahres 2019 und mit fröhlicher und beschwingter Laune möchten wir mit euch ins DaF-Jahr 2020 starten.

Die viel beschäftigte und berühmte Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg (Heike Makatsch) hat keine Zeit für einen Geburtstagsbesuch bei ihrer Mutter (Katharina Thalbach), woraufhin diese allein feiert, dabei in ihrer Küche stürzt und sich danach an nichts mehr erinnern kann, außer dass sie noch niemals in New York war. Also macht sie sich auf den Weg zum Hamburger Hafen und schmuggelt sich auf ein Kreuzfahrtschiff. Als ihre Tochter und deren Visagist Fred (Michael Ostrowski) sie zurückholen wollen, legt das Schiff mit allen drei an Bord ab. Dort müssen sie als blinde Passagiere die Kosten für die Fahrt abarbeiten und erleben unterwegs einige Irrungen und Wirrungen in Liebesangelegenheiten.

Auch wenn ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK eine Adaption des gleichnamigen Udo-Jürgens-Musicals ist, erzählt der Film die Geschichte nochmals ganz neu und die Hits von Udo Jürgens bestimmen die Dramaturgie. Und wer hätte gedacht (wir jedenfalls nicht), dass dieser Film so wundervoll funktioniert. Wir kamen in toller Stimmung fast singend und tanzend aus dem Kinosaal heraus.



„Viele Jahre nach LINIE 1 (Verfilmung des Musicals vom Berliner-Grips Theater aus dem Jahr 1988) haucht Regisseur Philipp Stölzl dem Genre Filmmusical neues Leben ein. „Obwohl der deutsche Film zu Beginn des Tonfilms mit der Tonfilmoperette den Ton mit angegeben hat. Aber dieses ur-eigene deutsche Genre ist dann mit all seinen jüdischen Komponisten und Schreibern von den Nazis so gründlich ausgemerzt worden, dass es einfach keine Tradition mehr gibt. Von den eher braven, biederen Schlager- und Revue-Filmen der 50er-Jahre einmal abgesehen.“ Berliner Morgenpost 

„Ein herrliches Spektakel!“ NDR 

„Philipp Stölzl hat das Udo-Jürgens-Musical hin- und mitreißend verfilmt. Mit Stars, die mit Spaß singen und das Tanzbein schwingen.“ Berliner Morgenpost

„Den Spaß sieht man Heike Makatsch, Katharina Thalbach, Uwe Ochsenknecht und Moritz Bleibtreu, also einer ziemlich prominenten deutschen Darstellerriege, jedenfalls an. Und gegen Spaß ist man als Zuschauerin, als Zuschauer im Kino ja glücklicherweise weitgehend wehrlos.“ ZEIT ONLINE 


DaF im METROPOLIS Kino Hamburg  am 29.1.2020 (19:30):

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK
Deutschland 2019
Regie: Philipp Stölzl
Lauflänge: 129 Min.

Fotos und Trailer: © Universal Pictures


Mittwoch, 13. November 2019

CLEO am 4.12.2019 bei DaF im Metropolis Kino Hamburg


Bei Cleos Geburt stirbt ihre Mutter, doch das Mädchen baut eine wundervolle Beziehung zu ihrem Vater auf, mit dem sie immer wieder auf Schatzsuche in Berlin geht. Bei einem dieser nicht immer ungefährlichen Ausflüge kommt ihr Vater ums Leben, was sich Cleo (Marleen Lohse) bis ins junge Erwachsenenalter nicht verzeihen kann. Als sie Paul (Jeremy Mockridge) kennen lernt, sieht sie ihre Chance gekommen, das Unglück rückgängig zu machen, denn Paul besitzt eine Schatzkarte, die zu einem Versteck der legendären Bankräuberbrüder Sass führen soll. Teil des Schatzes soll auch eine magische Uhr sein, mit der man die Zeit zurückdrehen kann. Im Berliner Untergrund angekommen, muss Cleo sich für die Vergangenheit oder die Zukunft entscheiden.

„Du kannst nicht zweimal in denselben Fluss springen. Es ist nicht mehr derselbe Fluss. Und du nicht mehr dieselbe Person.“ (Heraklit)


Originell, herrlich verspielt mit tollen visuellen Einfällen, so kreativ wie in CLEO erlebt man deutsches Kino äußerst selten. Ein wunderschönes modernes Berlin-Märchen, das nicht nur Einflüsse von Jean-Pierre Jeunets DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE erkennen lässt. Dass dazu berühmte Persönlichkeiten wie die Brüder Sass, Marlene Dietrich, Heinrich Schliemann, Albert Einstein und Max Planck digital zum Leben erweckt werden und Cleo mit Tipps zur Seite stehen, ist eine weitere Huldigung dessen, was im Kino alles möglich sein kann (könnte).    

Bei DER FREITAG gibt es ein Interview mit dem Regisseur Erik Schmitt. 


"DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE in Berlin: Regisseur Erik Schmitt schickt seine Heldin auf Schatzsuche. Sein urbanes Märchen zieht alle Register dessen, was Kino kann – für eine Hommage an den Zauber der Stadt und die Fantasie auf der Leinwand.“ Kunst & Film 

„Ein kleines Film-Juwel aus Deutschland: Mit visuellem Einfallsreichtum und einer Story, die Berliner Geschichte und Gegenwart auf originelle Weise verbindet, gelingt Erik Schmitt ein wahrhaft bemerkenswertes Filmdebüt.“ Filmstarts 

“The film’s look is the real star of the show. Schmitt deploys myriad visual tricks, from animated sequences to optical illusions, expertly using them to augment the story. When Cleo is feeling anxious, her apartment shrinks to the size of her orphanage bedroom. When she’s angry, the plants around her vibrate. She picks planes out of the sky, moves trains with her hands and seems to manipulate the entire city. These fantastical elements are intensified by some glorious cinematography from Johannes Louis, who paints Berlin in vibrant colours and shakes off the dark shadows of its history to turn it into a place of magic and possibility.” Screen Daily 

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)


DaF am 4.12.2019 (19:00) im METROPOLIS Kino Hamburg:

CLEO
Deutschland 2019
Regie: Erik Schmitt
Lauflänge: 99 Min.
Fotos und Trailer: © Weltkino Filmverleih

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Am 13.11.2019 bei DaF im METROPOLIS Kino: DEUTSCHSTUNDE



Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg muss der Jugendliche Siggi Jepsen (Tom Gronau) in einer Besserungsanstalt vor den Toren Hamburgs einen Aufsatz zum Thema „Freuden der Pflicht“ verfassen. Im Unterricht findet er keinen Anfang für seinen Aufsatz, daher wird ihm auferlegt, die Aufgabe in Einzelhaft zu erfüllen. Dort beginnt Siggi zu schreiben, Gegenstand seines Aufsatzes werden die Kindheitserinnerungen an seinen Vater (Ulrich Noethen), einem Dorfpolizisten in Nordfriesland an der Nordseeküste, der während der Zeit des Nationalsozialismus das Malverbot für seinen Jugendfreund Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti) überwachen soll und der diese Pflicht gewissenhaft erfüllt und nicht hinterfragt. Als Siggi (Levi Eisenblätter) beginnt, sich auf die Seite des Malers zu stellen und er gar dessen Gemälde versteckt, damit diese nicht beschlagnahmt werden können, gerät er mehr und mehr zwischen die Fronten seines strengen Vaters und des Malers, der ihm wie ein zweiter Vater ist.


Der Film DEUTSCHSTUNDE ist die erste Verfilmung des gleichnamigen Romans von Siegfried Lenz (1968) für das Kino und ein beeindruckendes Drama über den Widerspruch zwischen Pflichterfüllung und Menschlichkeit.

Erinnern möchten wir daran, dass Siegfried Lenz in seinem Roman DEUTSCHSTUNDE die Figur des Malers Max Ludwig Nansen an den expressionistischen Maler Emil Nolde angelehnt hatte, der obgleich seine Gemälde von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft wurden, stets Parteimitglied der NSDAP blieb. Nolde selbst gelang es nach dem Zweiten Weltkrieg, sich als Opfer des Nationalsozialismus darzustellen. Als Siegfried Lenz 1968 seinen Roman DEUTSCHSTUNDE veröffentlichte, war ihm Noldes unrühmliche Vergangenheit so sicherlich nicht bewusst. Der Maler Max Ludwig Nansen muss somit sowohl im Roman als auch im Film von Christian Schwochow als rein fiktive Figur eingestuft werden, er entspricht nicht der realen Person Emil Nolde.


Das Schicksal eines einzelnen Malers ist jedoch auch nicht das Thema der DEUTSCHSTUNDE. Vielmehr geht es um die unbedingte und nicht hinterfragte Pflichterfüllung. Schon Immanuel Kant beschrieb in seiner Metaphysik der Sitten die Pflicht als Tugend und die Pflichterfüllung mit Disziplin, Fleiß und Pünktlichkeit gehörte zum preußisch-deutschen Tugendkanon. Den Filmemachern Christian Schwochow (Regie) und Heide Schwochow (Drehbuch) geht es in ihrem Film um die ethisch-moralische Auseinandersetzung mit dem Pflicht- und Verantwortungsbegriff, ein Thema, das keineswegs auf die Vergangenheit beschränkt werden kann.

„Wie der Roman vermittelt auch die Film-"Deutschstunde" eindeutig, wo die "Grenzen der Pflicht" liegen. Die Atmosphäre des Buchs hat Christian Schwochow in wuchtigen Naturbildern eingefangen. Das Psycho-Duell der Schauspiel-Koryphäen ist packend. Bestnote also für seine gelungene Literaturverfilmung." NDR 

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)


DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 13.11.2019 (19:15):

DEUTSCHSTUNDE
Deutschland 2019
Regie: Christian Schwochow
Lauflänge: 125 Min.
Trailer und Fotos: © Wild Bunch Germany

Donnerstag, 12. September 2019

TRAUMFABRIK im Oktober 2019 bei DaF


Emil (Dennis Mojen) erhält 1961 nach seiner Militärzeit über seinen Bruder Alex (Ken Duken) einen Job als Komparse am DEFA Filmstudio in Berlin Babelsberg. Dort verliebt er sich Hals über Kopf in die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle). Die beiden verbringen ein paar Stunden miteinander, doch dann muss Milou nach Paris zurückkehren. Ein letztes Treffen kann nicht mehr stattfinden, da Milou von ihrem Hotel in Westberlin nicht mehr zum Studio zurückkehren kann, denn die DDR errichtet am 13. August die Berliner Mauer und schließt somit die letzte offene Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Als Emil durch Zufall (und ohne jegliche Kenntnisse) zum Filmproduzenten wird, schmiedet er einen Plan, um Milou wiedersehen zu können. Er will einen Cleopatra-Monumentalfilm mit ihr als Tänzerin drehen.  


Romantisches deutsches Kino mit großen Bildern und großen Gefühlen. Solche magischen Geschichten kann nur die Traumfabrik Kino erzählen. Eine wunderschöne Liebesgeschichte zum Mitfühlen und Träumen!


„TRAUMFABRIK ist eine in großen Hollywoodbildern erzählte Liebeserklärung an das Filmemachen und die Liebe an sich, die ihre deutschen Wurzeln nicht verleugnet und selbst in ihrem zelebrierten Kitsch jederzeit aufrichtig ist.“ Wessels Filmkritik 


„Es ist Kino. Und das darf nun mal gern um einiges größer, bunter, strahlender und bewegender sein als das wahre Leben” Filmstarts 

Text: Regina Nickelsen
(Colón Language Center)


DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 9.10.2019 (19:00):

TRAUMFABRIK
Deutschland 2019
Regie: Martin Schreier
Lauflänge: 125 Min.

Fotos und Trailer: © Tobis

Donnerstag, 15. August 2019

Mittwoch, 14. August 2019

ATLAS am 11.9.2019 bei DaF im METROPOLIS Kino


Walter (Rainer Bock) arbeitet als Möbelpacker für eine Speditionsfirma, die in Frankfurt Häuser räumt, die als Spekulationsobjekte dienen. Mieter, die nicht ausziehen wollen, werden bedroht und eingeschüchtert. Bei einer Zwangsräumung, die nicht gelingt, glaubt Walter in dem Mieter seinen Sohn Jan zu erkennen, den er seit dessen Kindheit nicht gesehen hat. Er beginnt Jan und seine kleine Familie zu beobachten und, als die Bedrohung für sie immer größer wird, auch zu beschützen, ohne sich erkennen zu geben.


Häuserspekulation, Clankriminalität und eine Vater-Sohn-Geschichte – David Nawrath verbindet diese drei Elemente zu einem bewegenden und  höchst spannenden Film, dessen Sog man sich nicht entziehen kann. Und Rainer Bock ist als Hauptdarsteller einfach großartig.


„ATLAS erzählt seine dunkle, gewalttätige, fast schicksalhafte Geschichte von Schuld und Sühne in einer Manier, die an die Romane von Clemens Meyer denken lässt. Dazu passt das erratische Spiel von Rainer Bock, dessen Potenzial mit sprachlos machender Wucht abgerufen wird.“ Filmdienst

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)


DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 11.9.2019 (19:00):

ATLAS
Deutschland 2019
Regie: David Nawrath
Lauflänge: 100 Min.
Trailer und Fotos: © Pandora