Mittwoch, 16. Januar 2019

Am 13.2.2019 bei DaF im Metropolis Kino Hamburg: IN MY ROOM


Armin (Hans Löw), ohne Beziehung in einer kleinen Wohnung in Berlin lebend und als Kameramann mehr schlecht als recht tätig, verweigert sich den typisch bürgerlichen Erwartungen, Familie und Karriere scheinen ihm so bedeutungslos zu sein wie ein soziales Leben. Als seine Großmutter im Sterben liegt, kehrt er in seine Heimat, den Landkreis Lippe (Ostwestfalen), zurück.

Am Morgen nach dem Tod der Großmutter wacht Armin in seinem Auto auf und muss feststellen, dass er offenbar der einzige verbliebene Mensch auf der Erde ist. Er streift eine gewisse Zeit durch Europa, lässt sich dann jedoch in seiner Heimat nieder und betreibt Ackerbau und Viehzucht und baut gar ein Wasserkraftwerk. Eines Tages jedoch taucht eine junge Frau auf.    

Ähnlich wie bei Julian Pölslers DIE WAND aus dem Jahr 2012 ist IN MY ROOM kein Endzeitdrama und zudem sollte man keine Erklärungen für das Verschwinden der Menschheit erwarten, das Köhler als Rahmen für ein Experiment zum Aufzeigen des Widerspruchs zwischen Freiheit und Geborgenheit nutzt. Wie schreibt Pandora Film so schön: Ein Film über das beängstigende Geschenk absoluter Freiheit.“



"Stell dir vor, du bist der letzte Mensch auf der Welt – was würdest du tun? Ulrich Köhlers Film ist ein faszinierendes Gedankenspiel über die Möglichkeiten und Grenzen der Freiheit.“ epd film 

“IN MY ROOM is a deadpan delight, a thoughtful treatise on human priorities and how much we can change without really changing.” Roger Ebert com 

„In My Room ist ein Film mit vielen Gesichtern: Ein realistischer Film über das Fantastische, eine philosophische Studie über Liebe, Einsamkeit und die Frage, wie man seinen Platz in der Welt findet; eine dystopische Utopie, ein leiser Thriller über das Ende der Welt und ihren Anfang. Ein Film, um zu staunen und sich selbst Fragen zu stellen: Wo wäre in diesem unwahrscheinlichen Falle, in einer ähnlichen Situation denn mein Platz in der Welt? Und: Muss ich wirklich darauf warten, dass so etwas geschieht? Oder beginne ich nicht lieber schon heute damit – auch mit dem Risiko zu scheitern?“ kino-zeit 


Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)

DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 13.2.2019 (19.00):

IN MY ROOM
Deutschland 2018
Regie: Ulrich Köhler
Lauflänge: 119 Min.

Fotos und Trailer: Pandora Film

Sonntag, 6. Januar 2019

#WinterOfMoon auf Arte


Arte bringt uns 6.1. bis zum 20.1.2019 im WINTER OF MOON auf den Mond, 50 Jahre nach Neil Armstrongs erstem Schritt auf unserem Trabanten. Gezeigt werden verschiedene Spielfilme, Dokumentationen und Konzerte.

Das tolle Spielfilmprogramm umfasst u.a. APOLLO 13 von Ron Howard, Duncan Jones‘ Zukunftsthriller MOON – DIE DUNKLE SEITE DES MONDES, Neil Jordans poetisches Horror-Märchen DIE ZEIT DER WÖLFE, Federico Fellinis DIE STIMME DES MONDES, Fritz Langs FRAU IM MOND und Georges Méliès‘ DIE REISE ZUM MOND.

Start ist am 6.1. um 20.15 Uhr mit APOLLO 13, gefolgt von Duncan Jones‘ Zukunftsthriller MOON – DIE DUNKLE SEITE DES MONDES (22.30), über den epd-film schrieb: „In Duncan Jones' Regiedebüt spielt Sam Rockwell einen Mann auf dem Mond, der eine Begegnung der besonderen Art mit sich selbst hat.  (…) Jones hat aus einem reichen Zitatschatz einen originellen und sympathisch unterproduzierten Science-Fiction-Film geschaffen. Der stärkste Einfluss stammt jedoch nicht aus dem Kino, sondern der eigenen Familie. Jones ist der Sohn von David Bowie, und der hat schon 1969 mit seinem Song SPACE ODDITY der Einsamkeit des Raumfahrers ein melancholisches Denkmal gesetzt.“ 



Und noch schöner in diesem PDF-Flyer

Dienstag, 1. Januar 2019

Ein frohes neues Jahr!


Wir wünschen ein frohes und gesundes neues Jahr!

Auch für die alte (wunderschöne) Dame auf unserem Bild, der wir Erholung, menschlichen Respekt und vernünftiges menschliches Handeln wünschen. Schluss mit der Naturvergessenheit. Lösungsvorschläge hat Ernst Ulrich von Weizsäcker vom Club of Rome. Das kann man hier bei SR 3 nochmals anhören. 



Montag, 10. Dezember 2018

Unser Dankeschön an alle Besucher von DaF!



Für uns war’s das schon in diesem Jahr mit unserer Filmreihe DaF (Deutsch als Fremdsprache – Deutsch als Filmsprache) im METROPOLIS Kino. Und es hat uns erneut sehr viel Spaß gemacht.

Wir danken allen Besuchern von DaF im METROPOLIS Kino und hoffen, Sie und euch im nächsten Jahr wieder begrüßen zu können. Am 16. Januar 2019 geht es wieder los mit DaF.  

Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Donnerstag, 6. Dezember 2018

DER VORNAME im Januar 2019 bei DaF im METROPOLIS Kino Hamburg


Darf man in Deutschland sein Kind Adolf nennen? In Sönke Wortmanns Gesellschaftskomödie DER VORNAME kündigt der Unternehmer Thomas (Florian David Fitz) beim Besuch seiner Schwester Elisabeth (Caroline Peters) und deren Ehemann, dem Literaturprofessor Stephan (Christoph Maria Herbst), an, er und seine Freundin Anna wollten genau das tun. Ein gemütlich geplantes Abendessen wird zu einem bitterbösen Streitgespräch, in das auch der Familienfreund René und Anna hineingezogen werden. Es geht um Jugendsünden, Kindererziehung, die richtigen Lebensformen, Politik. Sie werfen einander all das vor, was sie zwar schon immer gedacht haben, aber vielleicht nie ausgesprochen hätten. Wir Zuschauer jedoch können uns genüsslich zurücklehnen und uns herrlich amüsieren. Denn wie epd film anmerkte: „Schöner wurde in deutschen Komödien selten gestritten.“ 

DER VORNAME basiert auf dem französischen Theaterstück LE PRÉNOM, das in Frankreich im Jahr 2012 von Alexandre De La Patellière und Matthieu Delaporte verfilmt wurde. Sönke Wortmann hat seinen Film auf deutsche Verhältnisse zugeschnitten, wo der Vorname Adolf natürlich nochmals eine ganz besondere Bedeutung erlangt.


Wissenswertes: Laut dem Namenkundlichen Zentrum in Leipzig wurde der Vorname Adolf zwischen 2006 und 2013 in Deutschland dreizehnmal vergeben.

„Kaum eine Frage an werdende Eltern ist heikler als die nach dem Namen für den Nachwuchs. Doch was passiert, wenn das Kind "Adolf" heißen soll? In Sönke Wortmanns neuem Film "Der Vorname" laufen Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz und Caroline Peters zur Höchstform auf. Für seine filmische Adaption des Theaterstücks "Le Prénom" versetzt Regisseur Sönke Wortmann die Handlung aus der Pariser Bourgeoisie ins deutsche Gutbürgertum.“ SWR 


"Im Laufe ihres Zanks machen alle Figuren Argumente und strategische Schachzüge, die ihrem Klischee entsprechen – und welche, die ihm klar widersprechen. Dadurch gewinnen alle Streithähne an Identifikationspunkten – und dieses „Wie, jetzt bin ich auf dessen Seite?“-Gefühl, das „Der Vorname“ so auslöst, hat in der heutigen, entmenschlichten Streitkultur durchaus Wert. Fazit: In „Der Vorname“ fliegen die verbalen Fetzen, und das Ensemble hat ansteckende Freude daran: Filmreif ausgeleuchtet und flott erzählt macht Sönke Wortmann aus einem französischen Theaterstück eine sehr deutsche, dennoch sehr lustige Film-Angelegenheit.“ Wessels Filmkritik 


„Ein großes Vergnügen ist diese Adaption eines französischen Stücks, das mit seiner Ausgangsidee, den natürlich gerade in Deutschland aus offensichtlichen Gründen verpönten Vornamen Adolf wiederzuentdecken, geradezu nach einer deutschen Adaption verlangt hat. Die hat nun Sönke Wortmann in seinem besten Film seit Jahren erfolgreich vorgelegt.“ Programmkino 

Am 16.1.2019 (19.00) bei DaF im METROPOLIS Kino Hamburg:

DER VORNAME
Deutschland 2018
Regie: Sönke Wortmann
Lauflänge: 91 Min.

Fotos und Trailer: obs/Constantin Film

Donnerstag, 15. November 2018

BALLON am 5.12.2018 bei DaF im METROPOLIS Kino Hamburg


Zum Abschluss unseres DaF-Jahres im METROPOLIS Kino zeigen wir den vielleicht spannendsten deutschen Film aus dem Jahr 2018: Michael (Bully) Herbigs BALLON über die Flucht zweier Familien aus der DDR nach Westdeutschland in einem selbstgebauten Heißluftballon.

Herbig, der für seine Komödien bekannt wurde, ist ein nervenaufreibender Thriller gelungen, wie man sie so im deutschen Kino eher selten findet. Die Familien Strelzyk und Wetzel, denen im Jahr 1979 die spektakuläre Flucht gelang, standen Herbig bei der Realisierung des Stoffes beratend zur Seite und sollen sehr zufrieden mit dem Endergebnis sein.

Im Vergleich zum Hollywood-Film MIT DEM WIND NACH WESTEN (Originaltitel NIGHT CROSSING) von Delbert Mann aus dem Jahr 1982 bildet Herbig in BALLON jedoch auch die politischen Hintergründe in der DDR ab und lässt, wie schon Andreas Dresens GUNDERMANN (den wir im November gezeigt haben), erkennen, wie schwierig es war, sich in der DDR linienkonform zu verhalten und Repressalien zu entgehen. So werden dann auch die DDR-Grenzsoldaten, die den ersten (gescheiterten) Fluchtversuch mit einem Ballon nicht bemerkt haben, abserviert und der Oberleutnant Seidel (ganz großartig gespielt von Thomas Kretschmann), der die Untersuchungen leitet und einen weiteren Fluchtversuch verhindern soll, steht enorm unter Druck. 

Die rundum gelungene Ausstattung, der tolle Schnitt und eine perfekt eingesetzte Filmmusik tragen ebenso wie die Geschichte des dramatischen Wettlaufs mit der Zeit zwischen den beiden Familien und der Stasi, die ihnen auf der Spur ist, zur atemlosen Spannung bis zum Schluss bei.


„Vom ersten Moment an hält Herbig die Spannung hoch, und sie lässt in den folgenden 120 Minuten nur selten nach. Die Ballonfahrt inszeniert er als unglaublich spannende Tour de Force, die Kleinigkeiten als tödliche Gefahren in den Vordergrund rückt. In den weniger mitreißenden Sequenzen schafft er eine Atmosphäre des Misstrauens, wie man sie sich in jenen Tagen der DDR vorstellt. Der Zuschauer wird mit hineingezogen in dieses Misstrauen. Jeder Passant scheint einen zu beobachten, jeder scheint einen zu verfolgen.“ kino-zeit

„Herbig gelingen sehr emotionale Momente. Er schafft auch Bilder, die sich einbrennen, etwa wenn die Strelzyks in Ostberlin vom Hotel aus auf den Westen schauen, was aber von außen als Spiegelung durchs Glas gezeigt wird, wodurch die Familie umso eingesperrter wirkt. Man sieht hier dem Filmemacher dabei zu, wie er sich völlig neu erfindet. Ein Regisseur, der die ganze Klaviatur des Spannungskinos bedient. Und dem es gelingt, dass man bis zur letzten Minute mitbangt, obwohl das Ende bekannt ist. Ganz zuletzt gibt es eine bittere Pointe. Als die Flüchtigen in Oberfranken landen, fragt ein Bayer: »Wie viele kommen denn da noch?« Da ist der Film plötzlich ganz nah an der heutigen Flüchtlingskrise. Und macht deutlich, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass auch Deutsche geflohen sind, weil sie keine ­Zukunft sahen.“ epd Film 


BALLON erhielt von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat Besonders Wertvoll. 

Text: Regina Nickelsen, Colón Language Center


DaF am 5.12.2018 (19.00) im METROPOLIS Kino Hamburg

BALLON
Deutschland 2018
Regie: Michael Bully Herbig
Lauflänge: 117 Minuten

Fotos und Trailer: © STUDIOCANAL

Dienstag, 13. November 2018

Cinefest 2018 - XV. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes im Metropolis Kino Hamburg 17. - 25.11.



Anlässlich der 100. Wiederkehr der Gründung der Weimarer Republik erinnern CineGraph und Bundesarchiv an den in Österreich geborenen Regisseur Joe May (1880-1954), einen der wichtigsten Filmschaffenden des Weimarer Kinos. 

Joe May war ein Pionier des deutschen Films, er machte den Detektivfilm in Deutschland bekannt und populär und leitete später die deutsche Monumentalfilmzeit ein. Mit seinen Filmen HEIMKEHR (22.11., 17.00 Uhr, im Metropolis) und ASPHALT (19.11., 18.30 Uhr, im Metropolis + 29.11., 20.15 Uhr, im Alabama) beide aus dem Jahr 1928, zeigte sich May sozial engagierter und realistischer als in seinen früheren Werken. Zwei Filme, die sich ganz besonders zu entdecken lohnen.   

Joe May emigrierte 1933 in die USA, konnte jedoch in Hollywood nie so richtig Fuß fassen und verarmte nach Abschluss seiner Karriere. Beim Cinefest sind sowohl sein wohl bedeutendster Hollywood-Film THE INVISIBLE MAN RETURNS (USA 1939/40) als auch sein letzter Film JOHNNY DOESN’T LIVE HERE ANYMORE (USA 1943/44) zu sehen. Termine im Metropolis: 25.11. um 14.30 Uhr bzw. 21.15 Uhr.

Wissenswertes am Rande: Joe May war Entdecker und Förderer von Fritz Lang.

Hier gibt es ausführliche Informationen zu Joe May. 
Das komplette Filmprogramm des Cinefest 2018 mit Details zu den Filminhalten und Terminen kann man hier einsehen. Die Stummfilme werden live musikalisch begleitet. 

In den Bücherhallen Hamburg findet noch bis zum 30.11.2018 die Ausstellung „Meister des Weimarer Kinos – Joe May und das wandernde Bild“ statt. 

Wir empfehlen: Cinefest besuchen und auch die Stummfilme mit sicherlich beeindruckender Livemusik erleben und genießen!